k-IMG_7223Bevor sie an besagtem Abend den Hamburger Gruenspan mit ihrem brachialen MetalCore überrollten, hatten wir Gelegenheit, THE DEVIL WEARS PRADA in Form ihres Sängers Mike Hranica im schicken Bandbus vor dem Club auf den Zahn zu fühlen. Mike war zwar recht schüchtern und so das genaue Gegenteil von seinem wahnsinnigen Bühnen-Ich, aber besser so, als anders herum, haha! 😉 Das Interview führten Zosse und Pierre größtenteils mit Fragen von Daniel, der leider kurzfristig verhindert war. Die Live-Fotos stammen vom Gig am Abend! Zosse: Gleich als Erstes, wie läuft eure Tour? Es läuft eigentlich sehr gut. Wir haben gerade die Enter Shikari-Tour in England beendet. Zweieinhalb Wochen nur Feierei. Jetzt machen wir das Gleiche als Headliner durch Europa. Deutschland, Dänemark, Italien, Schweden usw. in drei Wochen. Es läuft wirklich gut. Wir haben im Grunde auch keine großen Erwartungen, da wir so eine Europatour vorher noch nicht so in diesem Rahmen veranstaltet haben, es wird bestimmt spannend. Zosse: Wie war die Resonanz von den Enter Shikari-Fans in UK? Wirklich gut! Es ist aber genau das Gleiche mit unserer Tour jetzt, wir wussten nicht wirklich, was uns erwartet. Funktionierte alles in allem aber recht gut! Das UK und die Staaten unterscheiden sich sehr in ihren aktuellen Musikgenres, „Electronic Hardcore“ in England und die „Dance Scene“ in den USA. Wir konnten es vorher nicht einschätzen, wie wir vom Publikum angenommen werden. Eine Menge Enter Shikari-Fans haben sich auf uns eingelassen. Jede Show war klasse. Zosse: Ihr seid ja jetzt schon recht lange auf Tour. Habt ihr immer noch genug Power oder hängt ihr jetzt schon ziemlich durch? Wir sind schon leicht erschöpft. In anderthalb Wochen geht’s wieder  „back to the US“, dann waren wir insgesamt 6 Wochen auf Tour. Anderthalb Monate…Wir freuen uns auf zu Hause. Zosse: Kannst du uns eine kleine Einsicht in euren letzten Aufnahmeprozess zu „With Roots Above And Branches Below“ geben? Unterscheidet er sich stark gegenüber den älteren Platten? k-IMG_7303+1Der Aufnahmeprozess war diesmal ein bisschen anders, aber im Großen und Ganzen recht ähnlich. Wir hatten auch wieder den gleichen Producer, den hatten wir auch bei den beiden Vorgängern „Dear Love: A Beautiful Discord“ und „Plagues“. Der Typ gehört sozusagen mit zur Familie. Der Unterschied war diesmal nur, dass wir eine strikte Deadline hatten. Das hieß, arbeiten unter sehr großem Zeitdruck. Schon stressig. Die Songs wurden geschrieben und gleich aufgenommen. Aber wir sind sehr zufrieden mit der Platte. Zosse: Schreibst du alle Texte? Wenn ja, woher nimmst du die ganzen Ideen? Ja, mache ich. Ich schreibe über alles. THE DEVIL WEARS PRADA ist eine sehr christlich basierte Metalcore-Band. Es sind meistens alltägliche Sachen, in denen eine göttliche Nachricht steckt. Zosse: Hast du textlich gesehen einen Lieblingssong auf der neuen Platte? Einen der mehr Ausdruck hat als alle anderen? Hm,….ich würde zu 'Gimme Half' tendieren. Wir sind sehr stolz auf diesen Song. Produktion, Mischung, Songwriting…aus unserer Sicht perfekt! Zosse: Meinst du, dass eure Musik oder Texte eine Veränderung im Leben eurer Fans erbracht haben? Ja, auf jeden Fall! Wir helfen ihnen auf eine bestimmte Weise mit unseren Texten. Regen zu neuen Sichtweisen an. Wir kriegen sehr viele Mails über Myspace, Twitter usw. …von Fans die uns darüber berichten, wie sehr wir ihnen durch unsere Songs helfen. Zosse: Wie kommt eine christliche Band zu so einem untypischen Namen wie ihr? Ihr tragt ja sozusagen den Teufel im Namen! k-IMG_7314+1(lacht) Die Band hatte damals ihren Namen bekommen, als James, Chris und Dan sie gegründet hatten. Shows kamen erst später dazu und wir anderen drei auch. Während der Gründungsphase  schwankten die drei zwischen vielen Namen. Und da passierte es…. Chris hat das Hörbuch von seiner Mutter zu „THE DEVIL WEARS PRADA“ gefunden. Die Entscheidung fiel dann sofort auf den Titel. Nachdem ich dazu kam, habe ich das Buch gelesen…es ist schrecklich! Und es wurde auch noch ein Bestseller und der Bestseller wurde verfilmt. Ich weiß, es ist nicht gut für uns, weil die jungen Fans sich denken, wie kann sich so eine musikalisch heftige Band so einen „Girlie-Namen“  geben. In einer gewissen Art und Weise profitieren wir auch davon, wegen dem Boom vom Buch  und Film…ach ich weiß  auch nicht…ich wünschte ich könnte ihn ändern. Zosse: Wenn du einer von den Kritikern wärst, wie würdest du eure neue Scheibe auf einer Skalar von 1 bis 100 bewerten? Ist sie perfekt? Na klar, sie ist „perfekt“.  Lass mal überlegen…mit den Reaktionen auf die Platte und die Freude, die wir damit verbinden…würde ich sagen….vielleicht 80-85. Sowas ist immer schwer zu sagen. Es ist sehr schwer, ein Album zu schreiben, dass allen gefällt. Viele Leute sagen ja auch immer, sie finden nur die älteren Sachen gut…naja, sowas ist immer schwer. Aber ich bin glücklich mit dem Resultat. Zosse: Viele von euren Fans laden mit Sicherheit eure Songs illegal aus dem Netz, ohne dafür zu bezahlen. Wie denkst du darüber? Klar, das machen bestimmt viele! Das Internet ist schon fantastisch für die Musik und speziell für unbekannte Bands gewesen. Aber es hat auch ein paar schlechte Veränderungen mitgebracht. Wirklich schlechte Bands bekommen auf einmal mehr Aufmerksamkeit geschenkt, als sie es eigentlich verdient hätten. Der größte Nachteil ist jedoch das Downloaden. Folglich werden dadurch ja auch die CDs teurer, weil nicht mehr so viele verkauft werden. Die Plattenfirmen wollen ja aber trotzdem ihre Herstellungskosten raus holen…da sind die Jungs echt manchmal richtige Pfennigfuchser.  Es gibt da ja dieses Gerücht….in ein paar Jahren gibt es keine CDs mehr…ich hoffe das stimmt nicht!!! Ich hingegen kaufe mir alles! Unterstütze die Bands! Wenn ich eine Band gut finde, muss ich die CD in der Hand halten. Mich interessiert das Artwork, die Texte usw.….wie halt alles zusammengesetzt ist! Das Erscheinungsbild, beziehungsweise die Zusammensetzung einer Platte sagt viel über eine Band aus. Am liebsten würde ich die Leute dazu animieren, mir zu folgen, anstatt vor dem Rechner zu sitzen und einfach nur einen Knopf zu drücken. Zosse: In letzter Zeit wart ihr ja recht erfolgreich! Was kann man aber noch in absehbarer Zeit von THE DEVIL WEARS PRADA erwarten? Welche Ziele habt ihre euch gesetzt? Momentan sind wir sehr zufrieden. Wir wollen alles so beibehalten wie es ist. Touren, Aufnehmen und Leuten unsere Meinung mitteilen. Am wichtigsten ist jedoch, dass wir unser Interesse an der Musik nicht verlieren. Das wird aber nicht passieren! Pierre: Jetzt mal kurz eine persönliche Frage. Wie alt bist du eigentlich? Zwanzig. k-IMG_7228Pierre: Und dann schon so viele Tattoos? Man kann ja schon ein paar sehen… (lacht) (lacht) Die kann ich nicht zählen!!! Zu viele. Haha! Pierre:  Mit welchem hast du damals angefangen? Angefangen habe ich auf meinem rechten Oberarm. Von oben nach unten. Und dann kam der Rest! (lacht) Pierre:  Was hat deine Mutter dazu gesagt? Mochte sie es? Als ich meinen Hals tätowiert hatte, was wirklich sehr schmerzvoll war, war ich sehr besorgt, was sie wohl sagen wird. Ich dachte sie wird in Tränen ausbrechen. Aber sie hat es gut hingenommen. Pierre:  Welches war dein teuerstes? Da meine Tattoos alle sehr groß sind, bezahle ich immer pro Sitzung. 4-5 Stunden. 400 Dollar. Ryan Hadley ist perfekt, aber auch teuer. Pierre:  Wie unterstützt dich deine Familie mit der Band? Kommen deine Eltern zu den Konzerten? Sie unterstützen mich sehr, vor allem am Anfang. Als es dann richtig los ging mit dem Touren, Geld verdienen und das Rockstarleben zu leben, haben sie gemerkt, dass ich ein verantwortungsbewusster Erwachsener geworden bin. Ab dem Zeitpunkt kam Respekt dazu.