Am 18.11. gaben MUMFORD & SONS supported von Kristoffer Ragnstam eines ihrer drei Deutschlandkonzerte, im (wie sich noch herausstellen sollte) zu recht ausverkauften und somit brechendvollen Molotow auf der Hamburger Reeperbahn. Schlag 22 Uhr betrat die Band um Sänger Marcus Mumford die Bühne, um das Publikum in erwartungsvolle Stille und sich selbst in chorischen Gesang zu versetzten. Eine Wendung fand dieser Moment erst durch eine geballte Ladung Folkmusik, einsetzend mit Beginn des Refrains und gepaart mit der melancholischen Stimme des Leadsängers. Wen das bis jetzt noch nicht mitgerissen hatte, den überzeugte spätestens der dritte Song des Abends ‚Little Lion Man’, die Debüt-Single ihres ersten Albums „Sigh No More“, das, gemessen am Applaus, am sehnlichsten erwartete Lied des Abends. Nicht einmal mehr das obligatorische Fußgestampfe aus dem Video der Folk/Bluesgrass-Combo machte mehr vor dem Publikum halt. Die ausgelassene Stimmung erstarrte spätestens wieder, als Bandmitbegründer Ben Lovett sein E-Piano gegen die Klänge eines Akkordeons eintauschte und damit die zweite Singleauskopplung ‚Winter Winds’ einläutete. Ohnehin spiegelte sich die Stimmung der Lieder zunehmend bei den Zuschauern wieder. Wie Mumford lobte; “You are a great audience. It’s quiet, if it needs to be quiet and it’s loud, if it needs to be loud.” Und dies ist bezeichnet für den Abend. Typisch für die Londoner sind ihre Lieder, die zumeist ruhig, mit fast andächtigem Männergesang beginnen, um dann spätestens beim Einsetzen des Refrains die Besonnenheit gegen ausgelassene Melodien einzutauschen. Die energiegeladene Musik wird besonders durch Contrabass (Ted Dwane) und Banjo (Country Winston) geprägt. Faszinierend war es mitzuerleben, wie das Publikum immer wieder MUMFORD & SONS als Background-Chor diente und einfach mitsummte, was das Zeug hielt. Mit der Frage „Do you love Country Music“ und einem bejahenden „Jihaaah“ aus dem Publikum wurde zu ‚Roll Away Your Stone’ gefeiert. Nahezu ein Einhämmern auf ihre Instrumente konnte man den vier Londonern attestieren, welches nur zu Gunsten der Musik und der Stimmung ausfiel. Nach einer Stunde und ca. fünfzehn Minuten, gefüllt mit großartiger Live-Musik, verließen MUMFORD & SONS die Bühne. Es blieb, ein wirklich lohnenswertes Konzert und ein vermutlich durchgestampfter Fußboden im Molotow.