maylene-band2Da sind sie nun also zurück. Zuerst das Album, nun endlich auch mit einer Tour. Aber was heißt „zurück“ – hierzulande hat man sie live ja noch nicht so oft bestaunen dürfen. Welch Schande! Wer diese Band also nur vom Hörensagen kennt, der hat jetzt zwei Möglichkeiten, sie genauer unter seine Lupe zu nehmen. Empfohlen sind aber beide: 1. CD mit dem abgefahrenen Titel “III” KAUFEN!!! 2. auf zu einem der raren Dates der US Southern-Comfort-Hardcoreler!!! Vorab aber ein paar Fragen an die Jungs aus Alabama. Dallas Taylor gibt Auskünfte rund um die Band, die 2005 nach Ma Baker und ihren vom FBI seinerzeit dringendst gesuchten Söhnen, benannt wurde. Schon auf ihrem selbstbetitelten Album Nummer Eins wurde klar, dass hier etwas Größeres gedeiht. Und das bewahrheitete sich mit Album “II”. Die Entwicklung der Band ist trotz einiger Besetzungswechsel unglaublich. Songs und Arrangements wurden immer besser und komplexer, die Melodien schöner. Dallas Taylor war es leid, mit seiner alten Combo namens Underoath weiterzumachen und entschloss sich, seine eigenen musikalischen Perspektiven auf CD zu pressen. Gestromt: Was war die Hauptintention als Du diese Band gegründet hast? Und ist es immer noch die selbe Intention wie seinerzeit 2005, oder würdest Du es heutzutage anderes beschreiben? Dallas Taylor: Also die Band habe ich gegründet, weil ich Musik liebe. Und ich liebe es, meine Ansichten und meinen Glauben daran mit anderen Leuten zu teilen. GS: Gibt es einen tieferen Sinn im Bandnamen? Oder kann man da eine Entwicklung von damals bis heute erkennen? Hat sich da eventuell etwas an seiner Bedeutung geändert? Und warum habt ihr ausgerechnet “Ma Baker” als Namensgeberin für eure Band auserkoren. Da gab es zu der Zeit ja einige andere, die man auch hätte nehmen können (Bonnie & Clyde z.B.)? DT: Nun, Ma Baker und ihr jüngster Sohn wurden damals nahe meiner Heimatstadt Ocala, Fl niedergeschossen. Und als wir auf der Suche nach einem Bandnamen waren, haben wir versucht, unsere Wurzeln zu berücksichtigen. Als Kind versuchte ich, Reenactments (siehe Erklärung am Ende!) zur Ma Baker-Story zu finden. Ich denke Musik wächst mit jedem Album aber ich glaube nicht, dass das irgendetwas mit dem Ändern der Bedeutung des Bandnamens zu tun hat. MAYLENE_logoGS: Gibt es einen Unterschied, Harte Rock Musik zu machen, wenn es immer mehr oder weniger schönes Wetter um einen herum gibt und alles sehr relaxt ist, im Gegensatz zum Beispiel zu New York, wo alles doch eher hektischer Natur ist? Es ist doch wahrscheinlich relaxter bei sonnigem Wetter, als in Hochhaus-Schluchten. Und das Wetter beeinflusst bestimmt das Songwriting, oder? DT: Sicher das tut es. Aber ich glaube, dass es auch die Umgebung ist, die das Schreiben beeinflusst und auf jeden Fall der Wechsel der Jahreszeiten. GS: Wenn man sich Wikipedia anschaut, werdet ihr als „Metalcore Band mit Southern Rock Einflüssen“ bezeichnet. Ohne in Musikschubladen zu wühlen, wie bezeichnet ihr euch selbst? DT: Für gewöhnlich bezeichnen wir uns einfach als Heavy Rock / Metal aus Alabama. GS: Dies ist jetzt eure dritte Scheibe. Die letzten zwei kamen über Ferret heraus. Seid ihr zufrieden mit Ferret? DT: Sehr sogar. Sie sind ein großartiges Label mit einem Haufen großartiger Leute, die dort arbeiten. GS: Ist die dritte Platte wirklich die Schwierigste? Manche Leute behaupten ja immer wieder, dass die dritte Scheibe die Wichtigste ist und eine Zugehörigkeit festlegt. DT: Ich würde sagen, dass jede Platte die Schwierigste ist, weil man jedes Mal versucht, besser als auf der letzten Veröffentlichung zu sein. Und das ist immer wieder eine Herausforderung! GS: Wie kannst Du die Entwicklung auf Tour beschreiben, seit eurem ersten Gig und heute? Gibt es da viele Veränderungen? DT: Wir sind sicherlich um einiges tighter geworden und natürlich eine erwachsenere Band, seit wir angefangen haben. Wir nehmen einige Dinge viel ernster heutzutage! GS: Was würdet ihr ändern, wenn ihr die gleiche Scheibe noch einmal aufnehmen könntet? DT: Da würde es bestimmt immer einige Kleinigkeiten geben, die man ändern könnte. Aber im Großen und Ganzen würden wir komplett nichts an den Songs ändern. GS: Wer ist der Verantwortliche für eure Lyrics? Oder schreibt ihr komplett als Band die Texte? DT: Gewöhnlicherweise schreibe ich allein die Texte. Auf “III” hatte ich einige sehr enge Freunde, die ab und zu vorbeischauten und einen Blick über die Texte warfen und bei einigen mithalfen. Also der Großteil der aktuellen Texte handelt vom Kampf Gut und Böse in uns Allen. Ich glaube mein größter Einfluss der Texte sind meine eigenen persönlichen Beziehungen. maylene-band3GS: Woher hast du die eigentliche Inspiration zu “III”? DT: Ehrlich gesagt ist das schwer zu beantworten. Da gibt es so viele Dinge. Und da wir alle, die wir im Schreibprozess involviert waren, verschiedene Inspirationsquellen hatten, ist das schwer zu beantworten. Aber das Hauptaugenmerk bei dieser Scheibe war das Wort “swagger”. Wir haben oft gesagt, dass wir viel davon haben müssten! GS: Der letzte Song des Albums heißt ' The End Is Here ... The End Is Beautiful'. Warum habt ihr diesen Titel gewählt. Mögt ihr das Ende oder den Tod in manchen Fällen? DT: Wir dachten, dass es ein tolles Ende für die aktuelle Scheibe darstellt. Und der Name summiert ganz gut das Ende der Scheibe und das Ende der Geschichte von Maylene und ihren Söhnen. GS: Welches ist Dein Lieblingslied auf “III”? Welches ist der perfekte Song, um die Scheibe zu repräsentieren, um jemanden einen guten Eindruck der ganzen Scheibe zu vermitteln, wenn er noch nie zuvor von eurer Band gehört hat? DT: Ich mag es 'Step Up' und 'Old Iron Hills' zu hören. Und ich glaube 'Step Up' wäre perfekt, die ganze Scheibe zu beschreiben. GS: Mit wem würdet ihr gern mal zusammenarbeiten? DT: Wir würden gern mit vielen Leuten zusammenarbeiten. Am liebsten mal mit jemandem, der aus einem völlig anderen Genre kommt. Das wäre mal was Besonderes. GS: Was würdest Du sagen: Ist der Mensch von Natur aus eher gut oder böse? DT: Ich denke von Natur aus eher böse. GS: Was ist Deiner Meinung nach der beste Song, der je geschrieben wurde? DT: Ich liebe viel zu viele Songs, um da eine präzise Antwort geben zu können. Es wurden zu viel großartige Songs geschrieben. Das ist zu hart zu beantworten. GS: Dein finales Statement: DT: Danke für das Lesen dieser Zeilen und Danke für das Interesse an unserer Band. God Bless! So, und zu guter Letzt noch die Tourdaten der großartigen MAYLENE AND THE SONS OF DISASTER. Zum einen unterwegs auf der Taste Of Chaos Tour, zum anderen noch ein paar Einzelshows mit Every Time I Die: 06. Dez. 2009 Berlin, Columbia Halle Taste Of Chaos  w/ Killswitch Engage, In Flames, Every Time I Die 07. Dez. 2009 Wiesbaden, Rhein-Main-Hallen Taste Of Chaos  w/ Killswitch Engage, In Flames, Every Time I Die 08. Dez. 2009 München, Zenith Taste Of Chaos  w/ Killswitch Engage, In Flames, Every Time I Die 09. Dez. 2009 Oberhausen, Turbinen Halle Taste Of Chaos  w/ Killswitch Engage, In Flames, Every Time I Die 19. Dez. 2009 Hamburg, Grünspan mit EVERY TIME I DIE *) „Reenactment“ ist der Versuch, eine vergangene Epoche für kurze Zeit historisch so korrekt wie möglich und lebendig darzustellen. Es kann auch als Geschichte zum Anfassen oder als lebendiges Museum bezeichnet werden. Reenactment wird in erster Linie als Hobby betrieben. Nur wenige spezialisierte Handwerker und Händler leben hauptberuflich davon. Die Wurzeln dieses Hobbys findet man in England. Daher werden häufig Anglizismen verwendet. Reenactment wird auch oft mit “Living-History” gleichgesetzt.