biffyclyro-band2Piraten, macht euch zum Entern bereit! - Auf den Weiten der Weltmeere suchten sie Jahre lang vergeblich nach ihrem Erfolg, ihrem Schatz. Mit der Veröffentlichung von „Only Revolutions“ könnten BIFFY CLYRO bald den Ruf einer berüchtigten und gefürchteten Besatzung erbeuten. Diese Kursänderung könnte der Schlüssel zu ihrem verspäteten Erfolg sein. Kürzlich erschien das Video zu ihrer neuen Single ‚The Captain’, eingebettet in einer abenteuerlichen Piratenszenerie. Yo ho, steht zusammen, hisst die Flagge! Alle Mann an Deck und auf Position! Ruder hart Backbord, volle Fahrt voraus! Wie fühlt es sich an, wieder in Deutschland zu sein? Ben: Super! Wir sind gerade von unserer Supporttour mit Muse zurückgekommen und es ging gleich weiter nach Hamburg. Ich freue mich besonders auf heute Abend, ich mag es hier. Auf Youtube habe ich ein Video gesehen, in dem ihr ‚Mountains’ hier in Hamburg auf einem Balkon in einer Akustik-Version spielt…direkt an der Reeperbahn. War das der ausgefallenste Ort, an dem ihr jemals einen Song performt habt? Ben: Oh yeah! Das war das Verrückteste, was wir je gemacht haben. Der Balkon war total klein, es gab kaum Platz für drei Personen und dann noch die Instrumente…An dem Tag war es sehr windig und es gab auch nur ein Mikro. Hinterher habe ich mir das Video angeschaut, aber es ist wirklich perfekt. Super! Wir hatten alle drei wirklich so ein „Gänsehautgefühl“…Wir standen da oben und haben ‚Mountains’ gespielt. Unten auf der Reeperbahn sangen unsere Fans mit! Unglaublich! Ansatzweise lässt sich euer Video mit dem Video von U2 zu ‚Where The Streets Have No Name’ vergleichen! Bloß in der Amateurversion… Ben: (lacht). Haha, wie witzig, da musste ich auch ein bisschen dran denken. Meinst du, es gibt ein Erfolgsrezept für eine Live-Show, mit dem man die Magie zwischen Band und Publikum einfangen kann und der Funke sofort überspringt? Ben: Ein richtiges Rezept gibt es denke ich nicht, aber man sollte seine Show wirklich so aufziehen, dass sie als Statement rüberkommt. Unsicherheit oder Zweifel haben dort nichts verloren. Wir sprechen bei unseren Shows eigentlich kaum, das war schon immer so. Wir knallen die Lieder alle durch und lassen die Musik für sich selber sprechen! Das Wichtigste ist vielleicht eine gute Songauswahl, dass setzt aber wiederum gute Lieder voraus. Es wird heute ein toller Abend, denke ich. Wir haben das Glück, dass das Publikum immer mitsingt! Dafür bin ich auch so dankbar. Eure Discographie umfasst bis jetzt 6 CDs, „Only Revolutions“ ist vor kurzem erst erschienen, doch der Erfolg kreuzte erst später den Weg von BIFFY CLYRO? Wie würdest du das erklären? biffyclyro-band4Ben: Stimmt, der Erfolg kam nicht über Nacht. Der Weg war sehr anstrengend! Wir hatten drei Alben raus und es ging nur langsam voran. Aber wir hatten für die ersten Platten gute Kritiken bekommen, wurden sehr oft im Radio gespielt und hatten eine enorme Anzahl von Clubshows hinter uns. BIFFY CLYRO wurde in England die größte „Underground Band“. Aber der richtige Erfolg ließ noch auf sich warten. Ab dem Zeitpunkt haben wir uns noch mehr angestrengt und irgendwann kam die Chance ein paar größere Shows zu geben. Das Eis war gebrochen. Wenn du die beiden Zeitabschnitte vergleichst, also BIFFY CLYRO als Underground Band oder BIFFY CLYRO als internationaler Act, gibt es Sachen, die du besser oder schlechter findest? Ben: Vor- und Nachteile zeigen beide Perioden auf. Zum Beispiel bei den Veranstaltungsorten. Damals waren es kleine Clubs, die Nähe zum Publikum war gegeben…es fühlte sich wie eine Einheit an und die Shows konnten durchaus energischer sein. Auf großen Bühnen fehlt dieses Gefühl, aber es wird durch ein anderes Gefühl ersetzt, dem größten Gefühl auf der Welt, wenn man vor einem riesigen Publikum stehen darf! Der Wahnsinn! Seit 14 Jahren gibt es euch als Trio, keines der Bandmitglieder wurde jemals ausgetauscht…Was ist das Besondere dieser Einheit, steckt eine bestimmte Philosophie dahinter? Ok, dein Zwillingsbruder ist auch dabei… Ben: Genau, James und ich sind Zwillingsbrüder! Brüderherzen schweißen ganz schön zusammen. Es ist fast unmöglich, diese beiden auseinander zu bringen. Aber das ist noch nicht die ganze Philosophie…Simon ist unser bester Freund! Wir kennen uns schon seit unserer Kindheit! Du kannst dich glücklich schätzen, wenn dein bester Freund ein guter Songwriter ist und zudem auch noch Gitarre spielen kann! Wir sind eigentlich drei Brüder! Hinzu kommt, dass wir wirklich nur Musik schreiben, in die wir unseren kompletten Glauben stecken. Das ist auch wichtig für den Spaßfaktor. Wir machen das, was wir lieben. Kombiniere beides und du hast genügend an dem du festhalten kannst! Was liebst du am meisten daran in einer Band zu spielen? Ist es das Aufnehmen einer Platte, wie „Only Revolutions“, das Mitspielen in einem Piratenfilm mit dem Titel ‚The Captain’ oder der Entertainer, wie heute Abend, vor einem riesigen Publikum zu sein? Ben: (lacht) Die Aufnahmen zu „Only Revolutions" waren super! Es macht so einen Spaß, im Studio zu sein, lange Zeit an den Aufnahmen zu feilen und wenn dann der Zeitpunkt kommt, in dem du die Resultate bekommst…unbeschreiblich. Zu dem Zeitpunkt waren wir gerade in New York. Aber es kommt nichts, aber auch gar nichts, an das „Live-Gefühl“ heran. Du wirst es heute Abend sehen, wenn wir ‚The Captain’ spielen und die Leute mitsingen! Das ist der Grund, warum wir das machen, was wir machen! Unersetzbar! In welcher Art und Weise unterstützen eure Familien BIFFY CLYRO? biffyclyro-band3Ben: Sie sind immer für uns da! Mein Dad, zum Beispiel, war auch Musiker und hat in einer Band gespielt. Er versucht, uns zu unterstützen wie es nur geht! Er hat Simon auch seine erste Gitarre geschenkt, mir ein Schlagzeug und James einen Bass. Er ist immer da, wenn wir ihn brauchen, sei es bei geldlichen Engpässen für die Miete oder der musikalischen Unterstützung. Bei Simons Frau und meiner Frau ist es genau so. Das einzige komplizierte an dem ist einfach nur, immer so selten zu Hause bei seiner Familie zu sein! Sie fehlen uns ständig! Doch es gibt Skype, „the relationship-saver“! Welches Schlüsselerlebnis oder welche Band war damals für dein musikalisches Interesse verantwortlich? Ben: Nirvana und Guns n‘ Roses! Was hältst  du von „Chinese Democracy“ oder den Sachen von Velvet Revolver?! Ben: Hm, muss ich jetzt nichts zu sagen oder?! Ich bevorzuge eher die alten Sachen! (lacht) Duff McKagan ist zum Beispiel ein großer BIFFY-Fan! Wir haben ihn einmal getroffen und er hatte uns gefragt, ob wir bei einem Konzert seine Backingband für ‚It’s So Easy’ sein wollten. So ein Mist! Wir waren terminlich verhindert! Glaubst du das?!?!?! Da wartest du dein Leben lang auf so ein Angebot und dann so was! Gibt es optimale Situation, in denen ihr eher Songs schreiben könnt? Ben: Wir schreiben beispielsweise nie während einer Tour! Viel zu stressig und wir haben ja doch keine Zeit. Am liebsten schreiben wir, wenn wir daheim sind und unsere Ruhe haben. Simon arbeitet immer nachts an neuen Songs, wenn seine Frau schläft. Sie ist Grundschullehrerin, deswegen hat er abends dafür eher Zeit. Was habt ihr für 2010 geplant? Ben: Auf jeden Fall gesünder leben!!! Auf Tour ist das immer so eine Sache! (lacht) Ansonsten stehen Amerika, Australien und Japan als unsere Reiseziele.