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LOSTPROPHETS – The Betrayed
Von Zosse | 31.Januar 2010
Lange haben sie uns warten lassen, die sechs Jungs aus Pontypridd, Wales. „Liberation Transmission“ (für unsere Rezi klickt hier!) erblickte im Juni 2006 das Licht der Welt. Dreieinhalb lange Jahre musste man darben. Darben und hoffen, dass die LOSTPROPHETS nach dem doch eher einheitsgebügelten und gleich klingenden Werk wieder an alte Glanztaten („Start Something“ aus dem Jahre 2003, unerreicht und immer noch Dauergast auf meinem iPod!) anknüpfen würden. Juni 2006… „Liberation Transmission“ machte die Jungs zu Goldjungs, denn das Album guckte sich die UK-Charts von oben an! Seitdem ist viel passiert bei dem Sextett.
„The Betrayed“, Album Nummer Vier, war eine schwere Geburt. 50 Prozent der Band (Keyboarder Jamie Oliver, Basser Stuart Richardson und Gitarrist Mike Lewis) siedelten nach Kalifornien über, Sänger Ian Watkins wagte auch den Versuch, kehrte aber in seine Heimat zurück. Im August 2009 präsentierte man nach dem Abgang von Jung-Drummer Ilan Rubin zu den Nine Inch Nails den neuen Mann an der Schießbude. Luke Wilson, vorher bei Beat Union tätig. Wilson soll auch mitverantwortlich für den neuen Enthusiasmus bei den LOSTPROPHETS gewesen sein. 2007 verwarf man nämlich ein komplettes Album, weil man nicht dahinter stand und es als zu durchschnittlich empfand. Wilson setze sich in den Flieger, ohne Rückflugticket, ohne Geld, schlief auf der Straße und stalkte die Band, bis sie ihn schließlich nach der zweiten Audition aufnahmen. Im Artwork findet er zwar noch keine Verwendung, aber zumindest auf Bandfotos in Interviews.
Natürlich ist „The Betrayed“ mit Abstand das beste Album, welches die Band je gemacht hat, laut Aussage von Watkins. Aber nach nahezu einer dreiviertel Million Dollar sollte man das auch annehmen! Diese Zahl nennt zumindest der Beipackzettel! Watkins bringt die Essenz des neuen Werks mit den folgenden Sätzen auf den Punkt: „When we first started, we were a lot harder. We’re still melodic, but with a metal edge. On the last record, we purposely put a lot of pop mentality into it. Whereas on this one, we kept the tunefulness and the anthemic hooks, but we kind of put the metal back, as well.”
Doch genug der Vorreden! Sobald die CD im Player ihre Kreise dreht und das Intro-artige Stück ‚If It Wasn’t For Hate, We’d Be Dead By Now’ die Ohren des Zuhörers erreicht, weiß man, hier drauf wird großes folgen! Und es folgt! Und ja, liebe Leser, unser Beten wurde erhört! Gänsehaut schon bei den ersten Tönen! ‚Dstryr / Dstryr’ brettert aus den Boxen, als würde es nahtlos an die Frühphase der Combo („The Fake Sound Of Progress“ und „Start Something“) anknüpfen. Es wird geschrieen und die Klampfen schreddern! YES!!! So wollen wir unsere Propheten hören!
Die erste Single ‚ It’s Not The End Of The World But I Can See It From Here’ gefällt mir von den 11 Zählern bislang am wenigsten, darüber kann man aber angesichts solch starker Stücke wie dem folgenden ‚Where We Belong’ hinwegsehen! Vorhang auf für die erste Mitsing-Hymne im Stile von ‚Last Summer’. Und es folgt Schlag auf Schlag der nächste Ohrwurm-Streich, mit abrupten Stil-Wechseln, denn ‚Next Stop, Atro City’ lässt wieder die Schreihälse von der Leine und geht ab wie „Die Wilde 13“! ‚For He’s A Jolly Good Felon’ erinnert mich an The Clash und kommt bereits nach dem ersten Hören nicht mehr aus dem Ohr raus.
Watkins hat definitiv Recht mit seinem Statement, „The Betrayed“ nimmt das Beste aus allen bisherigen Alben und kocht daraus genau das wohlschmeckende Süppchen, was sich die Fans von den LOSTPROPHETS erhofft haben. Dynamische Hymen mit der gehörigen Abwechslung, einem deftigen Arschtritt-Faktor und einer gehörigen Langzeitwirkung! Das kann ich nach mittlerweile 7 Durchläufen attestieren! Juchu… Und jetzt noch mal mit dem Regler auf Anschlag!!!
Album-VÖ: 29.01.2010
Topics: Musik-Rezensionen | 1 Kommentar »









1.Februar 2010 at 23:28
aufgrund von dauerrotation und sucht habe ich just die bewertung von 5 auf 5,5 blitze angehoben! das alte feuer ist wieder da und das album ist einfach zu geil!