(Pias Germany) So so, SMOKE BLOW legen also endlich ihre Karten auf den Tisch. Ihr Ass bleibt nicht im Ärmel, sondern knallt geradezu in die Mitte des Tisches. Es hört auf den Namen „The Record", schlicht und einfach. Auch das Frontcover ziert ihr langjähriges und bereits auf älteren Shirts verdächtig bekanntes Tiger-Köpchen. Was hat man im Vorfeld bereits spekuliert und sich Gedanken gemacht: Wie mag das Album wohl ausfallen? Was werden die Kieler Jungs wohl diesmal machen? Noch mehr deutsche Songs? Auswandern und neue Ufer anpeilen? Im Bereich Pop vielleicht mal vor Anker gehen? Papperlapapp. Es geht Back To The Roots. SMOKE BLOW rotzen einem einen Brocken vor, der im direkten Vergleich zum Vorgänger „Colossus“ wie der böse Bruder agiert. 12 Songs in knapp 30 Minuten. Poison Idea sagen Hallo, Entombed winken hier und da mal zu, vielleicht sogar ein kleiner Flirt mit Satyricon und eine deftige Prise The Bronx und The Ghost Of A Thousand wehen herüber. „The Record" ist ein Crossover-Bollide, der in seinem 12 Zylinder, 90er Hardcore, Thrash- und Doom-Metal und sogar ein kleines Ventil für Black Metal in sich vereint. Damit geht es über und durch Pisten, Straßen, Äcker, Wiesen, Wüsten, Gletscher, Wälder ohne auch nur einmal die Bremsen zu betätigen. Immer wieder blitzt mal kurz ein Anflug einer Melodie hindurch und lockert für kleine Momente auf und lässt ein wenig Luft zum Durchatmen, bevor es ungebremst weitergeht. smokeblow-bandHerumgeschraubt wurde an „The Record" an mehreren Orten: in Berlin nahm Tom Schwoll (Jingo De Lunch) das Ganze auf, in New York mischte sich Alex Newport (At The Drive-In, Fudge Tunnel) die Finger wund und das Mastern übernahm Jacob Hansen (Volbeat, Heaven Shall Burn,...) in Dänemark. International kann man sagen und kann sich mehr als hören lassen. Soll heißen: die Produktion knallt fett und amtlich aus den Boxen. Veredelt wurde aber nur das großartige Schaffen der sechs Kieler, die sich hier mal wieder um rein gar nichts geschert haben. Letten und MC Straßenköter geben alles, die Riffs drücken verdammt noch mal jeden letzten Rest Ohrenschmalz heraus und die Beats und Breaks donnern nur so um einen herum. Aber wie gesagt, immer wieder finden sich Lücken für fabelhafte Hooklines und feinste Melodiebögen. Refrains, die perfekt für die nächsten Live-Einsätze sind auf die man sich jetzt schon freut. „The Record" ist genau der Paukenschlag mit dem der Februar eingeläutet werden kann. „The Record" ist der Eisbrecher, der auch das letzte Eis zum Bersten bringt und dir den Schweiß aus allen Poren treiben wird. „The Record" ist der wahre Koloss, das wohl härteste Album der Nordlichter – und die werden so schnell nicht verbrennen. HAMMER! DIE Hartbrettscheibe des Monats Februar: Härte gepaart mit Eingängigkeit und Abwechslung, das garantiert einen Langzeiteffekt. Was will man mehr? Album-VÖ: 05.02.2010