(Roadrunner Records) Kajalstifte gezückt, ein neuer Düster-Sheriff ist in der Stadt! Sein Name ist Kristofer DOMMIN, er sieht aus wie die Verkörperung einer Melange aus Morrissey und den Misfits mit Goth-Powerlocke. Cover und Albumtitel deuten es bereits an, es wird herbstlich. DOMMIN is the sound of the brokenhearted“ – lässt der Zeremonienmeister und Frontmann des Quartetts aus Los Angeles dann auch programmatisch verlauten. Stilistisch wildert man neben bereits genannten Acts und dem düsteren Type O Negative-Grundflair auch in den 80er bei Acts wie den Doors (‚Dark Holiday’ erinnert frappierend an Jim Morrison und Co, nicht nur aufgrund der Orgel!), bei den Finnen von The 69 Eyes, Danzig, Depeche Mode und dem ein oder anderen Act des The Lost Boys-Soundtracks. Alle diese Bands in einen Topf und mit einer Prise Keith Caputo abgeschmeckt, fertig ist die „lieblose“ Melange, die im Vorprogramm von HIM superb aufgehoben wäre. dommin-bandNehmt das lieblos als Anspielung auf den Albumtitel, „Love Is Gone“ ist handwerklich gut gemacht, leistet sich aber leider keine Ausreißer nach unten oder oben, das gesamte Songmaterial ist gleichförmig im Heavy Dark Rock-Segment angesiedelt, und könnte prima zu jeder Tages und Nachtzeit im Radio laufen. DOMMIN setzen sich mit Melancholie, harten Gitarren, einer schaurigen und gleichzeitig wohligen Atmosphäre, romantischen Lyrics und dem richtigen Outfit ins gemachte Nest, welches die Acts weiter oben bereitet haben und stören nicht weiter. „Love Is Gone“ ist nett, leider aber etwas zu glatt gebürstet. ‚One Feeling’ versucht zwar, aus dem vorherrschenden Korsett auszubrechen, schafft es auch mit dem guten und knackigen Gitarren-Solo, der Nachfolger schnarcht sich aber wieder zu sehr in Pete Steele-artige Gefilde. Mal gucken, was die Zukunft für DOMMIN bereithält! Alles in allem ist „Love Is Gone“ ein okayes Dark Rock-Album, schön zum Entspannen und Davongleiten, wenn die Seele ein wenig angeknackst ist und Dr. DOMMIN mit seinen Lebensweisheiten helfen kann. Habe definitiv schon deutlich schlechtere Debüts gehört! Album-Release: 29.01.2010