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    THE PLIGHT – Interview

    Von Hiko | 8.Februar 2010

    theplight-band3Die Jungs aus Leeds haben ihr Full-Length Debut “Winds Of Osiris” nun endlich auch ohne Importwege regulär hierzulande in die Läden gebracht. Für Aufsehen hat die Band um Sänger Alistair Mancrief bereits seit einigen Jahren gesorgt, besonders wenn sie irgendwo live zugegen waren. Auch wenn sie selbst keinerlei Parallelen zur Musik von Bands wie The Ghost Of A Thousand oder Gallows sehen und das Ganze immer wieder belustigend als G-Bomb bezeichnen, wenn diese Assoziationen seitens der Presse auftauchen, waren es gerade Touren im Vorprogramm der Gallows, welche für besonderes Aufhorchen sorgten. Nun ja, hierzulande hat man sich bis dato leider nicht mit dem neuen Material blicken lassen, von daher hoffen wir, dass dies bald der Fall sein wird. Vorher stehen uns die beiden Gitarrenschwinger Lewis Pugh und Stoz Rede und Antwort bei einem kurzen Stelldichein.

    Was war euer Hauptgedanke, eine Band zu gründen?

    Lewis: Hauptsächlich um einige Melodien zu spielen, die wir ausgegraben haben, in der Hoffnung, dass da noch mehr nachkommt … und natürlich um eine scheiß gute Zeit zu haben.

    Gibt es eine tiefere Bedeutung hinter eurem Bandnamen THE PLIGHT?

    Lewis: Das Gelöbnis, jeden Tag zu versuchen, ein Stück Integrität beizubehalten, in einer Welt, die Dich täglich immer wieder beeinträchtigt und nach Notlösungen verlangt.

    Wie seid ihr zu eurem Sound gekommen? Wolltet ihr von Anfang an diesen Hardcore / Punk / Hardrock-Mix spielen?

    Lewis: Ich glaube, es war eine stufenweise Entwicklung. Schritt für Schritt hat sich das so ergeben, seit unserem Demo 2005, welches sehr von Black Flag und AC/DC inspiriert war. Es war irgendwie nur natürlich, mit der Liebe zum Punk Rock und dem Classic Rock / Blues. Wir hatten keinen spezifischen Sound oder eine Band im Kopf, wir haben einfach geschaut, was sich ergibt.

    Das Wort “PLIGHT” hat mehrere Bedeutungen, welche bevorzugt ihr in Bezug auf eure Band?

    Lewis: Eigentlich so, wie ich vorhin schon gesagt hatte. Aber auch Schwur oder Eid. Ein Schwur an sich selbst.

    Wenn man euer Front-Cover betrachtet, würde ich unter anderem sagen, dass es sich dabei um eine “Bindung” handelt, aber kurz vor einem Sturm, der ein “Dilemma” hereinbrechen lässt …..

    Lewis: Es ist wie zwei Seiten oder Energien einer Schöpfung. Oder auch die heilige Dreifaltigkeit. Man kann sich aber darin verlieren.

    Stoz: Ich glaube jeder kann darin sehen, was er will. Ich denke, es ist wichtiger, wie diese Kunst die Menschen fühlen und empfinden lässt, anstatt darüber nachzudenken, was es wirklich bedeutet. Ich weiß, was ich für eine Vorstellung versucht habe zu erwecken. Ich glaube diese Scheibe hat wahnsinnig mehr Tiefe – in musikalischer und textlicher Hinsicht – als der Vorgänger „Black Summer“. Hoffentlich spiegelt das Artwork die Musik wieder und jeder nimmt etwas von Beidem mit. In der gleichen Art und Weise, wie unterschiedlich jeder Einzelne die Musik des Album hören wird, wird man hoffentlich auch das Artwork auffassen.

    Das würde ja auch zum Sound passen. Weil wie im Bild die ruhige Seite und eben ein aufbrechender Sturm hereinbrechen könnte…kann man ja so auf euren Sound übertragen. Wie würdest Du den Sound bildlich am ehesten beschreiben?

    cover-theplightLewis: Wie ein Moloch aus Fels, der in ein Jugendzentrum einbricht und verrotzte Punks mit frischen ASBOs (in UK: Anti Social Behavior Order = in Großbritannien und Irland … wer einmal zivilrechtlich unangenehm aufgefallen ist, wird mit der ASBO belegt – fällt diese Person erneut auf, kann es bis zu fünf jahre Haft geben…..so die ungefähre Kurzform. LINK: http://en.wikipedia.org/wiki/Anti-Social_Behaviour_Order), die gerade Vice Squad hören und sich gegenseitig auf die Fresse geben. Punk Rock mit einer zusätzlich außergewöhnlichen Dosis Rock. Punk Rock Rock!

    Was würdest Du ändern, wenn Du das gleiche Album heute noch einmal aufnehmen könntest?

    Lewis: Ich denke erst gar nicht an solche Dinge. Das kann einen nur verrückt machen! Ich bin vollends glücklich mit dem Album. Wir sichern uns Verbesserungen für das nächste Mal!

    Auf dem fünften Song verwendest Du sogar eine Akustik Gitarre. War das irgendwie ein Problem, solch ein softes Instrument einzubauen?

    Lewis: Ich habe ja auf der Akustik-Gitarre angefangen zu lernen, also war das gar kein Problem. Außerdem ist das ja ein aufschlussreiches Instrument – da kann man sich hinter nichts verstecken – da kann man alles hören, jeden Fehler. Ich habe mir für den Song die Martin-Klampfe meines Dads geborgt…..das hat mich schon stolz gemacht.

    Welchen Sound würdet ihr niemals spielen?

    Lewis: Irgendwelchen gewöhnlichen Kram

    Wie würdest Du die Hauptunterschiede zwischen der “Black Summer” EP und “Winds Of Osiris” bezeichnen?

    Lewis: “Black Summer” war die Tirade, “Winds Of Osiris” ist die Predigt.

    Was könnt ihr zu beiden Artworks sagen?

    Stoz: Also das Booklet zu “Winds…” ist quasi die Schilderung zu den Lyrics – aber sehr hintergründig. Es basiert auf den Hauptpfeilern: Tod, rachgierigen Göttern, Hoffnung und Sinnlosigkeit.

    Was denkt ihr über die Vergleiche seitens der Presse mit Bands wie The Bronx, Gallows, The Ghost Of A Thousand, Thin Lizzy, Motörhead, Stooges, Black Flag? Könnt ihr damit leben?

    Lewis: Also, ich glaube nicht, dass wir wie Gallows oder TGOAT klingen – das soll jetzt nicht respektlos den beiden gegenüber klingen aber ich kann wirklich keinen Funken beider Bands bei uns heraushören. Es könnte ein grober Vorschlag sein, wenn man die Bands mag, dass man auch uns mögen könnte…. Bei den restlichen Namen: Danke für die Vergleiche, damit kann ich absolut leben. Aber nicht zu vergessen: GBH!!!!

    Wie sieht es bei euch mit einer Zusammenarbeit zwischen euch und anderen Künstlern aus? Könnt ihr euch das vorstellen? Das ist ja heutzutage fast Gang und Gebe mit Gastmusikern, Remixen o.ä.

    Lewis: Also da habe ich tonnenweise Ideen, was solche Dinge betrifft. John Shuttleworth z.B.

    Ist in Großbritannien eine neue “Punk-Szene” im Aufbruch? Gallows, TGOAT und einige andere bringen ja doch einen etwas härteren Sound wieder Up-To-Date und machen diesen mehr und mehr populär. So etwas wie seinerzeit die NWOBHM oder Brit Pop, die weltweit für Furore und große Bands sorgten. Was denkt ihr über solch eine Entwicklung?

    theplight-band2Lewis: Ja, ich glaube schon. Aber all diese Äras wurden durch die High-Gloss Magazine definiert – und dieses Mal ist es nicht anders. Es sind eben die Magazine, die diese Gruppierungen und Vergleiche in gewisser Weise vorgeben. Offensichtlich haben wir mit den genannten Bands gespielt aber wir sind nicht auf einen Zug aufgesprungen oder so etwas. Wir haben da unsere eigenen Ursprünge. Und es gibt definitiv eine Menge mehr britische Punk- und Hardcore-Bands, die ihre Runden ziehen aber eben abseits der großen Magazine und die noch nicht von diesen erwähnt wurden.

    Wie denkt ihr über MySpace? Seht ihr da Vorteile oder steht ihr der Sache eher skeptisch gegenüber? Es ist ja seit MySpace für einige Bands doch einfacher geworden, durchzustarten und eine Karriere zu pushen als früher, wo sich die Bands den Arsch abspielen mussten, um bekannter zu werden.

    Lewis: Also es ist schon scheiße, wie firmenhaft das Ganze ist, aber es läuft eben … aber ich glaube auch, dass mehr Bands einfach touren sollten, anstatt ihre Posts zu machen.

    Hast Du einen Glücksbringer oder glaubst Du an einen Gegenstand, der Dir / Euch Glück bringt?

    Lewis: Na klar, mein pink-farbener Gürtel aus Thailand hat mir seit ich neun Jahre alt bin, immer Glück gebracht.

    Was ist Deiner Meinung nach der beste Song, der jemals geschrieben wurde?

    Lewis: “Gordon is a moron” von Jilted John (http://www.youtube.com/watch?v=H3ogYg05e_Q )

    Wenn Du eine Comic Figur sein könntest, welche wärst Du?

    Lewis: Ganz klar: Mr. Hanky The Christmas Poo!

    Lewis: Danke für das Lesen dieser Zeilen ………. hoffentlich sieht man sich demnächst LIVE!

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