Ein musikalischer Glücksmoment: ROBERT FRANCIS' Showcase in der Prinzenbar Hamburg „We'll make it a nice, slow, sexy kind of thing...“ ROBERT FRANCIS, 22-jähriger Nachwuchs-Shootingsstar aus der Kalifornischen Metropole L.A., legt vor seinem Rückflug in die warme Heimat noch einen Zwischenstopp in der (k)alten Hanse Hamburg ein, um mit einem exklusiven Gig in der Prinzenbar Werbung für sein neues Album „Before Nightfall“ zu machen. Zuvor tourte er mit Milow durch die Lande, bald reist er weiter als Support für Joss Stone und ist ab April auch wieder in Deutschland zu sehen. Ein bisschen sieht man ihm an, dass er in der letzten Zeit wenig Schlaf bekommen hat. Nice, slow, sexy? Noch nicht ganz. FRANCIS scheint nicht ganz zu begreifen, dass die Leute heute wegen ihm unter dem Kronleuchter stehen und verlässt sich zunächst einfach darauf, dass seine Lieder ankommen, statt zu reden und den Entertainer zu geben. Und damit hat er Recht, denn der „Wer bin ich und was mach ich hier“-Eindruck  verschwindet mit dem ersten Ton, als er und die dreiköpfige Band loslegen. Man lasse sich nicht von der Myspace-Seite des Sängers täuschen: robert francisDie Songs, die dort eher als Dudelei erscheinen, haben live überraschende Rockqualitäten. Bewusst setzt Francis das Hauptohrenmerk auf seine Stimme: von Reibeisen über Kopfstimme, ob laut oder leise, FRANCIS hat immer perfektes Timing und den richtigen Ton – das klingt mehr nach verlebtem Rockstar um die 50 als nach einem lockenköpfigen Jüngling Anfang 20. Doch auch Gitarrensolos und Piano kommen nicht zu kurz. Die Lyrics hingegen sprechen noch romantisch von der ersten Liebe und von deren Enttäuschungen. Doch FRANCIS singt sie so, als ob das Mädchen, für das er, wie er sagt, das ganzes Album geschrieben hat, gerade erst zur Tür hinausgegangen sei und damit werden alle Zweifel, ob FRANCIS wirklich überzeugen kann, allerspätestens bei ‚Mescaline’ restlos von den Füßen gefegt. Gänsehaut deluxe. Da kann auch das Ohrwurmlied und Singleauskopplung ‚Junebug’ nicht mithalten. Auch die als Zugabe gespielten älteren Songs wie ‚Wild Horses’ sind hervorragend und erinnern besonders an klassischen American Rock wie von den Drive-By Truckers. Um es so kurz zu machen wie den Auftritt in der Prinzenbar: ROBERT FRANCIS ist auf dem besten Wege, ein Lieblingsmusiker zu werden. Wer die Stimme vom Kings of Leon Sänger Caleb Followill und den klassischen Sound à la Bruce Springsteen vermengt mit einer guten Prise Folk und einem ordentlichen Stück Singer-Songwriter mag, der wird in dem Amerikaner sicher einen musikalischen Glücksmoment finden – oder auch mehrere.