(Tee Pee / Cargo) PRIESTESS sind endlich wieder back in Biz. Nach „Hello Master“ von 2005, welches ein Granatenalbum, leider bis 2007 aber nur über Importwege zu beziehen und nur den wenigsten ein Begriff war, legen sie endlich ein neues Album auf den Tisch. (Auch dieses über Importwege schon seit Oktober letzten Jahres available!) Der neue Streich wurde auf den Namen „Prior To The Fire" getauft. Die Kanadier um Bandkopf, Lead-Gitarrist und Sänger Mikey Heppner hatten mit dem Release von „Prior To The Fire" und ihrer Major Firma RCA leider etwas Probleme, welches den angepeilten Veröffentlichungstermin auch etwas verzögerte, da man laut RCA keine Hitsingle am Start hatte. Ja, die lieben Major-Firmen. Manche wissen gar nicht was ihnen da auch ohne potenzielle Hitsingles entgeht. Gott sei Dank durfte die Band dann weiterziehen und fand mit Tee Pee Records einen freudigen Abnehmer des Materials. RCA hatte vielleicht Recht, in dem man der Band  vorwerfen kann, dass sie keine offensichtlichen Hitsingles und sofort eingängige Songs im Gepäck hat. Davon gab es beim Vorgänger vielleicht ein bis zwei Songs mehr, doch die Qualitätsdichte mit Langzeitwirkung wurde auf „Prior To The Fire" noch um einiges verstärkt. Vielleicht zündet das Album nicht gleich beim ersten Hören, doch bleibt man am Ball, wird man garantiert nicht enttäuscht. Nein, man wird verzückt sein, mit welch unterschwelliger Grazilität geniale Riffs und Hooks aus dem Ärmel geschüttelt werden. PRIESTESS_WEB_1„Prior To The Fire" ist ein ebenbürtiger, sogar noch weiter und besser ausgebauter Nachfolger zu „Hello Master“. Ja, das Warten hat sich gelohnt. PRIESTESS sind wieder Heavy on the road und preschen mit Volldampf durch rockige Gassen, lange siebziger Alleen, progressive Landstraßen, Stoner Alleys, Hard Rock Seitenstrassen, leicht psychedelische Auffahrten und ellenlange metallische Heavy Freeways. Auf Melodien hat man bei ihrer Fahrt natürlich auch nicht verzichtet und auch die Hooklines und dicke Groove-Portionen wurden noch intensiver mit im Gepäck verstaut. Mit dem Song 'Ladykiller' hat man sogar das erste Video im Kasten, düster, rotzigrockig wird das Gaspedal durchgetreten. Keine Hitsingle, aber trotzdem ein Hit. Und von denen findet man nach einigen Hördurchgängen sehr viele und es kommt noch besser: man sucht vergebens nach Ausfällen. Wer kann das schon von sich behaupten? Zwei Alben mit null Fehlern. Wer so kontinuierlich Qualitätsalben abwirft, auch wenn die Zeitspanne etwas größer war, dem sei diese Wartezeit verziehen, denn mit einem Album wie „Prior To The Fire" kann man lange Zeit überleben. Zeitloses Heavy Rock-Material, welches die Erwartungen auf Album Nummer Drei sehr hoch geschraubt hat. Auch wenn „Prior To The Fire" im Gegensatz zu „Hello Master“ ein weitaus mehr forderndes Album geworden ist, wenn man sich dieser Herausforderung stellt, wird man beim besten Willen nicht enttäuscht. Nein, auf den ersten Blick ist es nicht einsehbar oder direkt zugänglich. Aber „Prior To The Fire" verdient diese Zeit, die das Album benötigt, um zu wachsen und zu gedeihen. Und wenn man den Punkt erreicht hat und diese Pflanze aufgeblüht ist, wird sie so schnell nicht wieder eingehen oder verwelken. Das ist garantiert. Mit an der Veredlung des Sounds beteiligt war diesmal auch Co-Producer David Schiffman (System Of A Down, Mars Volta, Nine Inch Nails). PRIESTESS sind Extraklasse, nicht umsonst ist man auf Guitar Hero III vertreten, hat sich Bühnen mit Iron Maiden, Mastodon, The Bronx, Clutch, Megadeth, The Sword, Bigelf etc. pp. und vielen weiteren Größen geteilt. Ihre Live Kollegen, sowie Freunde von Black Sabbath, Thin Lizzy oder auch Soundgarden dürften mal als grobe Orientierung dienen. Einen Song als Anspieltipp hervorzuheben, macht keinen Sinn, da alle 11 Titel ebenbürtig sind. Unbedingt anhören: „Prior To The Fire" gibt es auf MySpace komplett zum Probehören. Ihre Tour im Vorprogramm von Bigelf hier in Europa ist leider schon in vollem Gange. Sollten sie mal wieder live in Town sein, sollte eigentlich jedem diese weitere Perle Kanadas einen Abstecher Wert sein. Album-VÖ: 05.02.2010