SKINDRED-Interview vom 18.02.2010, Logo, Hamburg

skindred-band4In Hamburg hatte ich das Vergnügen, mit Benji von SKINDRED einen kleinen Plausch über Sinn und Unsinn eines Musikerlebens und das Leid mit der Musikindustrie zu philosophieren.

Hey Benji, wie läuft die aktuelle Tour?

Sie ist gerade erst losgegangen. Wir waren in Holland und spielen jetzt unsere erste Headliner-Tour in Deutschland. Wir waren ja als Support schon öfter hier. Hamburg ist unser Anfang. Eine große Energie, die wir fühlen.

Spielt ihr gerne in kleineren Clubs wie dem Hamburger Logo oder doch eher im größeren Rahmen.

Für SKINDRED macht es keinen Unterschied. Wir lieben die Musik. Ob wir nun vor 10 oder 10 000 Leuten spielen. Wir haben auch schon vor 6 Leuten in einer Bar gezockt und ein Hund war auch noch dabei.

Kannst du uns einen Einblick geben zu den Aufnahmen des aktuellen Albums “Shark Bites And Dog Fights”? War es anders, weil das Album ja etwas kürzer ausgefallen ist?

Ja, diese Konversationen führen wir öfter. Es handelt sich um ein komplett vollwertiges Album. Als ich ein Kind war, haben Bands wie Ozzy Osbourne, Led Zeppelin usw. Alben mit teilweise nur 6 oder 8 Songs veröffentlicht und nannten es nicht EP, sondern es war ein vollwertiges Album. Wir wollten 8 hochwertige Songs machen. Wir hatten dafür drei Wochen Aufnahmezeit, wofür ich aus Florida rüber kam. Ich denke, wir haben unter diesen Umständen ein gutes Album abgeliefert. (Es klingt auf jeden Fall besser als “drei Wochen Studio”. – Anm. des Verfassers)

Woher nehmt ihr die Ideen für eure Lyrics?

Das variiert natürlich. Jeder Song ist quasi an einem anderen Ort entstanden. ‘Stand For Something’ z.B. soll uns nachhaltig daran erinnern, für unsere Rechte einzustehen. Alles dafür zu geben. Jemand zu sein und einen Scheiß auf andere Meinungen zu geben.

cover-skindredsharkbitesanddogfightsWelchen Unterschied glaubst du, macht die Musik von SKINDRED in der Musikwelt?

Oh eine sehr große Frage. Ich denke einfach, unsere Mischung aus Reggae und Rock/Metal macht es anders. Viele Kids kommen zu mir und stellen mir sowohl über Reggae als auch über Rockmusik Fragen und sagen, wie geil sie das finden. Ich finde, der SKINDRED-Sound im Allgemeinen ist eine Brücke zwischen verschiedenen Sounds.

Was hat euch der Wechsel von Lava zu Bieler Records gebracht?

Lava hat gesagt “Fuck Off!”. Wir wollen euch nicht mehr (lacht). Spaß beiseite. Wenn ich mir Videoclips anderer Bands anschaue und innerlich denke: Meine Ideen sind doch genau so gut und voller Power. Wer entscheidet letztendlich, wer dort gespielt wird? Wir haben einige Wechsel hinter uns, aber die Jungs von Bieler haben uns zu einem ordentlichen Erfolg gebracht.

Was haltet ihr von der ganzen Download-Mentalität in dieser Zeit? Du sagtest auf dem Sonisphere-Festival letztes Jahr: „ Ihr könnt alle Musikstücke dieser Erde downloaden, aber nicht die dadurch erzeugte Atmosphäre hier“

Das sage ich jeden Abend (lacht). Ich liebe iTunes und alles drumherum. Aber ich würde jedem, der unsere Musik herunter lädt sagen, dass er dann zumindest mit ein paar Buddies zu unserer Show kommen soll, auch wenn sie hundert Kilometer weg ist. Rein ins Auto, Show genießen und ein Shirt kaufen. Ich liebe es eher meine Bob Marley oder Nirvana CD-Kollektion zu betrachten, als sie nur auf meinem Laptop zu haben.

SKINDRED-live-3Wenn du etwas in der Musikindustrie ändern würdest, was wäre das?

Ich denke, beim Merchandise……Oh scheisse, nein. Jetzt Bruder, kommt meine Zeit. Hör zu (lacht). In Amerika sind eine Menge Clubs prozentual an den CD und Merch-Verkäufen beteiligt. Da schreibt keiner von denen bis morgens um vier an den Lyrics. Die Kids kommen wegen meiner Musik zu den Shows und das würde ich ändern, dass zu viel von anderen die Hand aufgehalten wird. Ihr wollt etwas von unseren Shirt Verkäufen? Gebt mir was von euren Alkoholverkäufen an unsere Fans. Don’t touch my fuckin money.

Wie sieht eure Zukunft aus. Was können die treuen SKINDRED-Fans noch erwarten?

Wir wollen in Zukunft einfach alles besser machen!

Wie sieht es mit Dub War-Songs aus? Live von SKINDRED performt (lacht)?

Never fuckin ever (lacht)

(Live-Foto von Pierre Heinemann)

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