Im Musikzentrum zu Hannover geben sich an diesem Abend Deutschland, Österreich und Frankreich die Ehre. Die Ösis von ARTAS mit ihrer modernen Interpretation von Thrash und Schweinerock machen den Anfang und erweisen sich als guter Anheizer für die gut gefüllte Halle. Teils deutsche, teils englische Texte bringen Abwechslung in die Bude. Lustig dabei die Coverversion von Coolio’s ‚Gangstas Paradise’.
Die Franzmänner von DARKNESS DYNAMITE haben es da schon deutlich schwerer. Nicht ganz eingängige Linien machen ein Zuhören anstrengend, das obligatorische Abgehen sowieso. Weshalb sich auch im Publikum etwas Ruhe breit machte. Nicht unbedingt schlecht, da Folgendes eh alle Energie für sich beansprucht.
Deutschland in Person von CALLEJON machen sich bereit zu entern. Nebelschwaden, grüne Stage-Beleuchtung und Monitore auf denen Saw-ähnliche Filmchen laufen. Willkommen im „Videodrom“. Willkommen zu einer CALLEJON-Show, die wohl keiner der Anwesenden so schnell vergessen wird. Was die Jungs bereits mit der letzten Tour an hervorragendem Niveau erreicht haben, können sie heute im Musikzentrum locker toppen. Jeder Song sitzt, die Performance ist Weltklasse und die Stimmung am Siedepunkt. Songs wie ‚Kinder der Nacht’, ‚Zombiefied’, ‚Porn From Spain’ und etliche andere werden granatenmäßig ins Publikum geballert und verfehlen ihre Wirkung nicht. Wall of Death, Circle Pit und Moshtriaden, alles hat seinen Platz im abwechslungsreichen Songangebot, welches technisch auf höchstem Niveau fabriziert wird. Teilten mir die Jungs auf ihrer letzten Tour noch mit eher an den Wochenenden zu spielen, um ihr junges Publikum zu erreichen, so zeigt sich an diesem Dienstag Abend, dass sie mittlerweile auch reifes Publikum ansprechen und man dem ewigen Gelaber vom Teenie-Hype eine deutliche Absage erteilen kann. CALLEJON sind erwachsener und reifer denn je. Daumen hoch.

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Also das hier Geschriebene kann ich nicht ganz teilen. Ich war selber auf dem Konzert und war kurz davor arg enttäuscht zu werden. Callejon läuft jetzt schon seit 2 Jahren mit jedem ihrer Alben in meinem Player, aber jetzt konnte ich sie das erste Mal live sehen. Die Vorbands waren Geschmackssache, mir gefielen sie nicht. Aber wurscht. Man wartet auf Callejon. Es geht also los, gut gefüllt ist die Halle übrigens nicht so, das Publikum auch nicht so bewegungsfreudig. Dass Callejon eine starke Performance abgeliefert haben steht ausser Frage, aber der Sound lies sehr zu wünschen übrig. Die fette Produktion der neuen CD lässt sich live halt nich so umsetzen. Der größte Kritikpunkt war allerdings die Spielzeit. Grade mal eine Stunde durfte man die Show genießen. Verdammt kurz. Und nicht nur ich, sondern etliche andere Fans standen ungläubig da und warteten und warteten, aber das Bühnenbild wurde sofort abgebaut. Sehr schade. Also, tolles Konzert, aber viel viel zu kurz. Ich hatte auch den Eindruck, dass die Band nicht so angetan vom Publikum war.
Hi Sveeen,
eigentlich teilst du meine Einschätzung des Konzertes komplett, über die meisten von dir angeführten Kritikpunkte habe ich ja auch nichts geschrieben (Sound, Spielzeit etc.). Super Performence von Callejon, was ja eigentlich einer der wichtigasten Punkte ist. Der Sound war nicht Weltklasse, aber in Hinsicht auf viele andere Konzis im Musikzentrum mehr als zu ertragen. Der Vergleich CD vs Konzert hinkt ja sowieso. Das das Publikum nicht sonderlich abging kann man auch nicht sagen. Des öfteren wurde ich an die Mische gedrückt und musste mich erwehren. Die Spielzeit ist Ansichtssache. Aufgrund der Energieleistung des Stageactings sind ne Stunde Spielzeit Ok, aber ein bis zwei Zugaben wären schön gewesen. Und aufgrund der Tatsache, dass eine junge deutsche Metalband nach Hannover kommt, war das Muzi auch gut gefüllt. Ist ja nicht immer der Fall.
Cheers Pierre