DEFTONES / ChinoDie DEFTONES, wegweisend für unzählige Bands, in solch einer Clubatmosphäre (1400 Leute) zu erleben war mit Sicherheit für einige ein Traum. Pünktlich um 22.00 Uhr standen die Jungs aus Sacramento auf der Bühne, um ihr Set mit ‚Diamond Eyes’, der zweiten Auskopplung des gleichnamigen Albums, und dem folgenden ‚Rocket Skates’ zu eröffnen. Chino Moreno, charismatisch und scheinbar 10 Jahre jünger, hatte das Publikum vom ersten Takt an Hand und Lippen. Es ging weiter mit brachialen „White Pony“-Nummern wie ‚Feiticeira’, ‚Elite’, ‚Knife Party’ und einer kleinen Verschnaufpause bei ‚Passenger’. Man merkte schnell, hier wurden keine Kompromisse gemacht und der Abend würde nicht zu einer reinen Promo-Veranstaltung verkommen. Die Band war perfekt eingespielt und in einer Form, wie man sie schon lange nicht mehr gesehen hatte, jeder Song auf den Punkt. Ein sehr guter Sound tat sein Übriges dazu. Als wolle er alle Zweifler eines Besseren belehren schrie, sang, kniete und wirbelte ein unglaublich agiler Chino Moreno über die Bühne, bis es in der Mitte des Sets mit ‚Sextape’ kurz etwas ruhiger wurde, bevor mit ‚When Girls Telephone Boys’ wieder die Brechstange hervorgeholt wurde. Die Band spielte einen Querschnitt ihrer fast 20-jährigen Geschichte. Lediglich Songs von „Saturday Night Wrist“ wurden ausgelassen, dass sei nur vollständigkeitshalber erwähnt. DEFTONES / ChinoNeue Songs wie ‚CMND/CTRL’, ‚You´ve Seen The Butcher’, ‚Prince’ und das epische ‚Beauty School’, reihten sich mühelos in die Liste der Klassiker wie ‚Lotion’, ‚Around The Fur’ oder ‚Birthmark’ ein. Man konnte der Band sichtlich ansehen, dass sie großen Spaß an diesem Abend hatte. Chino scherzte zwischen den Songs mit dem Publikum und Stephen Carpenter machte breit grinsend immer wieder Fotos von der ersten Reihe, bevor er mit einem neuen Intro Freudenschreie auslöste. Viele Augen waren sicherlich auch auf den neuen Bassisten, Sergio Vega, gerichtet. Der Ersatz für den tragisch verunglückten Chi Cheng wurde von den Fans herzlich aufgenommen. Er passt einfach in die Band, ohne mit Chi vergleichbar zu sein oder ihn vergessen zu machen. Die Show erreichte ihren Höhepunkt, als Chino ‚My Own Summer’ auf der Absperrung stehend, mit der Menge sang / schrie. Mit ‚Back To School’ und ‚Change’ endete das reguläre Set, bevor es mit ‚Root’ und ‚7 Words’ zum Abschluss noch mal ordentlich rund ging. Nach fast zwei Stunden war Schluss und ich habe keinen gesehen, der nicht ein seliges Lächeln im Gesicht hatte, obwohl die Happy Hour im FZW jetzt erst anfangen sollte.