(AFM Records) Nachdem Vokalist Christian Älvestam die melodischen Death Metaller Scar Symmetry Ende 2008 verlassen hatte, konnte die Band im letzten Jahr mit zwei neuen Sängern und einem tollen Album aufwarten, während sich Christian auf den Outputs von Miseration und The Few Against Many von seiner derbsten Seite zeigte und viele Anhänger seines harmonischen Gesangs damit verschreckte. Ein Gastbeitrag auf der Platte des Pop-Künstlers Henrik B machte dann erstmals Hoffnung, dass der Gute immer noch Bock auf Klargesang hat. Jetzt legt er mit SOLUTION .45 endlich genau das vor, was seine Fans von ihm erwarten: geschmeidigen Melo-Death mit Verweisen auf seine Ex-Band, Edge Of Sanity, Nevermore oder Soilwork, auch wenn Christian dieser Vergleich wohl gar nicht behagen dürfte. solution.45Mitbegründer der Band ist Gitarrist Jani Stefanovic, der mit Christian auch bei Miseration spielt und hier im Gegensatz zum Geblaste seiner Hauptband seine ganze Bandbreite ausspielen darf. Neben Keyboarder Mikko Härkin, der leider nur ein Gastspiel auf dem Tonträger gibt und live nicht zur Verfügung steht, ist jedes Mitglied der Combo ein wahrer Ausnahmemucker. Angefangen beim Bassist Anders Edlund, der ebenfalls wie Christian bei The Few Against Many spielt, oder Drummer Rolf Pilve, der auch bei Miseration tätig ist, bis hin zum zweiten Gitarristen Tom Gardiner, ist jeder Mucker ein Meister seine Fachs, was man vor allem beim epischen 16-Minüter am Ende der CD noch mal gehörig eingebrannt bekommt. Bei all dem Geballer der anderen Tracks, die immer wieder mit melodischen Refrains und Parts versöhnlich stimmen, bietet die quasi Ballade ‚Lethean Tears’ eine überragende Gesangsleistung. Als Gast ist Mikael Stanne, der Sänger von Dark Tranquility auf dem Album nicht nur gesanglich vertreten, er hat auch anhand der Melodien von Christian die Texte geschrieben. Einziges Manko der Scheibe sind vielleicht die oftmals etwas sperrigen Arrangements, die Scar Symmetry einfach schlüssiger hinbekommen. Vielleicht wäre es auch gut, die musikalische Gewichtung beim nächsten Mal noch mehr in Richtung Melodie zu verlagern, da hier die Stärken der Band liegen. Darüber hinaus würde man eigenständiger klingen, denn böse Zungen könnten „For Aeons Past“ für eine „Entschuldigung“ Christians halten, der seinen Fans zeigen will, dass er auch ohne seine Ex-Band so klingen kann. Das hat der Gute bzw. seine Combo allerdings gar nicht nötig, denn abseits dieser negativen Töne, handelt es sich um eine hervorragende Platte mit vielen technischen Finessen, die viel Spaß macht und jeden Freund der genannten Kapellen zufrieden stellen sollte! Album-VÖ: bereits erschienen