(SideOneDummy Records)
Da ist sie also, die neue Scheibe der Wunderknaben aus New Brunswick, die mit ihrem Springsteen-PunkRock auf „The ’59 Sound“ die rockende Musikwelt in Aufregung versetzten. Der Druck war groß, das gaben sie selber im Vorfeld an und mit diversen Studio-Videos zu. Aber sie haben es geschafft, das neue Werk relaxt und locker klingen zu lassen. Man hätte es sich auch einfacher machen, und dem Vorgänger-Album nacheifern können. Dafür fehlt leider der große Überhit, die Hymne, der Ausnahmesong, wie ‚The ’59 Sound’.
Der erste Single-Vorbote – natürlich wieder gleichen Namens wie das Album – kann Single-Qualitäten aufweisen, aber leider erst nach mehrmaligem Durchlauf, wie auch nahezu das komplette Songmaterial, welches in der Gesamtheit etwas schwermütig geraten ist. ‚Bring It On’ offeriert diese Hit-Single-Qualitäten fast komplett beim ersten Mal, ‚Orphans’ auch, das Fast-Schlusslicht ‚The Spirit Of Jazz’ könnte auch zur Hit-Single werden, dagegen stehen dann aber auch Songs wie ‚The Diamond Church Street Choir’ und ‘The Queen Of Lower Chelsea’, die extrem laid back geraten sind.
Das soll jetzt alles aber keinen falschen Eindruck vermitteln, oder gar negativ klingen, nach diversen Hördurchgängen schließt man dieses Werk in sein Herz, ohne sich auch nur ansatzweise quälen zu müssen, denn auch wenn das Material nicht sofort zündet, kann man „American Slang“ nicht ausmachen, egal, welchen stilistischen Ausflüssen des Rocks man sich vorher hingegeben hat. „American Slang“ zieht einen mit seinem New Jersey-Charme in den Bann, auch wenn sich im ersten Drittel alles noch erarbeitet werden muss. Aber sind die besten Alben nicht die, die wachsen und bei denen man immer mehr entdeckt, je öfter man ihnen lauscht? Das können sich THE GASLIGHT ANTHEM 2010 definitiv auf die Fahnen schreiben. Und ein weiteres großes Stück Musik auf die Haben-Seite!
Album-VÖ: 18.06.2010

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