(Victory Records) Wenn man als Atheist die neue und bereits zweite Platte „A Feast For Crows“ einer Christlichen MetalCore-Band Namens CORPUS CHRISTI (was auf Deutsch soviel wie Fronleichnam heißt) zu seiner Winamp-Playlist hinzufügt und sich dann auch noch der erste Track ,The Red Horse Is Upon Us’ als Bibelzitat entpuppt, fällt es schon schwer, nicht einfach das orangefarbene, kleine „x“ am rechten, oberen Bildschirmrand zu betätigen. Doch was tut man nicht alles, wenn Victory für eine Rezension anfragt und man an und für sich ja eh im Hinterkopf hat, dass eine Band die auf diesem Label erscheint, gar nicht so schlecht sein kann. Auch wenn das viele Geister anders sehen mögen. corpuschristiUnd so belasse ich den Player an seinem Platz. Nach 1:39 Minuten läuft der Opener dann auch aus und es prescht einem mit ,A Portrait Of Modern Greed’ gleich ein ganz anderer Wind entgegen. „This is all out War!“ schreit es einem hier entgegen, bevor ein ordentliches Drumgeknüppel einsetzt. Einige hart gesungene Parts folgen und wer bereits das Debüt-Album der Band „The Darker Shades Of White“ kennt, dem wird auffallen, dass diese rauer daherkommen und sich der Sound im Allgemeinen ein wenig verändert hat. Die Band wurde nämlich einmal komplett ausgetauscht. Und das ist ganz klar spürbar, wirkt „A Feast For Crows“ doch gleich deutlich ausgereifter, stimmiger. Hier und da reiht sich der ein oder andere melodiöse und instrumentale Part zwischen die an und für sich treibenden Songs. All das wirkt geordneter und abgerundeter als das vorangehende Werk der Band. Und auch die Clean gesungenen Parts kommen nun mit einer anderen Klasse daher. Das Ganze kommt dadurch allerdings auch nicht mehr mit dieser auf dem Vorwerk zu hörenden, kindischen, sich ausprobieren wollenden Euphorie daher und wirkt somit eben auch üblicher und gewöhnlicher. Mainstreamiger! Alles in allem ist „A Feast For Crows“ ein gutes und grundsolides MetalCore-Album, was sich zu seiner Konkurrenz nicht besonders abgrenzt, aber doch an einigen Ecken ausgereifter und runder daher kommt. Und so können Vergleiche zu Szenegrößen wie As I Lay Dying, Killswitch Engage, oder In Flames gerne gezogen werden. Müssen aber nicht! Album-VÖ: 06.07.2010