(City Slang / Universal) Wieder hat es drei Jahre gedauert, bis ein neues ARCADE FIRE Album ans Tageslicht kam. „The Suburbs“ heißt das gute Stück und ist wohl eines der meist erwarteten Alben des Jahres. Trotz strengster Sicherheitsvorkehrungen seitens des Managements war das Album schon vor dem Veröffentlichungstermin ins Internet gekommen, was dem Verkauf der Platte aber wohl nicht wirklich schaden wird. Acht verschiedene Versionen mit acht verschiedenen Covern gibt es zu kaufen, da würde es nicht wundern, wenn der ein oder andere sich gleich mehrere Exemplare zulegt. Musikalisch zieht sich „The Suburbs“ deutlich gegenüber den Vorgängern „Funeral“ sowie „Neon Bible“ zurück. Die instrumentale Untermalung ist unaufdringlicher, nicht mehr so episch, manchmal gar minimalistisch. Auch der sonst so charakteristische Gesang weicht in den Hintergrund, unaufdringlich - manchmal unauffällig. arcadefireMan zieht sich also in die Vororte, die so genannten Suburbs, der Staaten zurück, schnuckelige Häuser mit perfekt getrimmten Rasen und weißem Palisadenzaun. Doch das Überthema nimmt der Platte nicht seine tiefen und ernsthaften Texte. Sicherlich, sind sie nicht mehr wütend und episch, wie auf den Vorgängern, doch auch im Vorort gibt es Probleme, die sich beklagen lassen. Und ein fröhliches Album kann man „The Suburbs“ wohl nicht nennen. Und doch schwingt da etwas Neues mit, etwas das man so von ARCADE FIRE nicht kannte. Natürlich, sie wirken reifer, schließlich sind sechs Jahre seit ihrem Debüt vergangen, doch es ist nicht nur das. Ein seltsames Gefühl der Kapitulation schwingt diesen Songs mit. Etwas müdes, als finde man sich mit etwas ab. Das alles scheint „The Suburbs“ zu einer sehr persönlichen Platte zu machen, die sich aber, trotz minimalistischer Songstruktur noch schwieriger erschließen lässt. Hier erfährt man erst nach einigen Durchläufen, was eigentlich hinter den Fenstern der perfekten Fassade passiert. Album-VÖ: 02.08.2010