ANBERLIN in Berlin! Und wir waren dabei! „Dies könnte das letzte Konzert in meinem Leben gewesen sein!“ schrieb ich wenige Minuten nach dem gut 75-minütigen Gig auf meine Facebook-Seite, glücklich und mit einem breiten Dauergrinsen! ANBERLIN gehören seit Jahren zu meinen absoluten Lieblingsbands und endlich hatte ich die Chance, sie auf den Bühnenbrettern zu sehen! Und die mussten gestern so einiges aushalten, denn die Spielfreude und Energie, die die Band an den Tag legte / freisetzte, war unglaublich! Es lag Magie in der Luft und wir waren wie paralysiert. Anfangs war der Gesang von Sänger Stephen Christian zwar etwas zu leise, aber das hatte der Soundmann schnell im Griff und ausgebügelt, so dass uns eine homogene und amtliche Wand aus den Schuhen drückte. Die Band wirkte hungrig, obwohl man in den Staaten weitaus größere Bühnen gewohnt ist und gab wirklich alles. Von Anfang bis zum letzten Ton waren ANBERLIN permanent in Bewegung, die beiden Aktivposten waren aber zweifelsohne Sänger Stephen und Gitarrist Christian McAlhaney, den wir kurz zuvor interviewen konnten (das Resultat folgt in Kürze). Besonders Letzterer mutierte „on stage“ zum wildgewordenen Derwisch und schleuderte seine Sechssaitige als ginge es um sein Leben. Auf der kleinen Bühne des Magnet-Clubs ein wirklicher Genie-Streich der Beiden, sich nicht gegenseitig und auch niemand anderen aus der Band über den Haufen zu rennen. Wahnsinn, alleine vom Zugucken brach einem da schon der Schweiß aus! Live wurden die fünf Jungs durch einen Keyboarder ergänzt, bei einem Akustik-Stück (‚Inevitable’) half dann noch der Drum-Roadie mit, der eine eigene Tom bearbeiten durfte. An Hits fehlte es dem Material nicht, wobei für mich natürlich jeder Song ein Ohrwurm ist, haha! Bei Stücken wie ‚Dismantle. Repair.’ und ‚Paperthin Hymn’ kam das Publikum derbe in die Gänge und feierte die Band frenetisch ab. Berlin sang jeden Ton mit, ob nun bei den bereits erwähnten Stücken, oder bei ‚Feel Good Drag’, dem letzten Song des offiziellen Sets, bevor man für zwei Zugaben zurückkehrte. Wir kamen außerdem in den Genuss von ‚True Faith’, der genialen New Order-Coverversion, ‘The Unwinding Cable Car’ und ‚Inevitable’, für die die Akustikgitarren rausgeholt wurden und mit ‘Impossible’ und ‘We Owe This To Ourselves’ stillte man den Hunger auf neue Songs vom demnächst erscheinenden Album „Dark Is The Way, Light Is A Place“. Sänger Stephen stand die Euphorie über die Resonanz die ANBERLIN erfuhren, von der ersten bis zur letzten Minute ins Gesicht geschrieben. Sein „Finally, ANBERLIN is in Berlin…“ wirkte, als könne er es selbst kaum fassen, dass seine Band endlich in Deutschland spielen konnte. Einige Songs später gab er unter Johlen der Zuschauer noch bekannt, dass man bald zurückkommen werde. Ich bitte darum! Und bitte schnell! (Alle Fotos copyright by Tomasz Wiśniewski, www. myspace.com/tomek_foto)