(Reprise) Vor ein paar Tagen fragte Pierre sich noch in seiner Stone Sour-Rezi, welche Band Metallica’s Thronfolge antreten könnte, dabei liegt eine weitere Antwort doch so nahe und auf der Hand: DISTURBED! Das neue Album „Asylum“ ist mittlerweile seit dem 27.08. draußen, die Rezi schiebe ich erst jetzt nach, weil das Album bei mir einige Durchläufe brauchte, um seine Klasse zu entfalten. Mit DISTURBED verbindet mich ein langer und gemeinsamer Weg. 2000 kaufte ich mir in London ihr Debüt, kurz bevor die Band auch zum Großangriff auf Good Old Germany ansetzte. Die „Uh-Ah-Ah-Ah-Ahhhh!!!“-Kampfschreie (im neuen Stück ‚The Animal’ übrigens in der "Light-Version") von Sänger David Draiman fielen sofort auf und ‚Down With The Sickness’ konnte schon beim ersten Hören offensichtlichste Hitsingle-Qualitäten bescheinigt werden. Der Rest ist Geschichte. Bislang haute mich jedes Album des Chicago-Quartetts sofort und mächtigst aus den Socken. 10 Jahre nun veröffentlichen DISTURBED jetzt Alben, „The Sickness“ wurde zum 10-jährigen Jubiläum just mit amtlicherem Sound re-released. „Asylum“ ist nun ihr fünftes Machwerk und machte es mir, wie gesagt, nicht einfach. Und das liegt nicht daran, dass DISTURBED nun andere, Genre-fremde Einflüsse in ihren Sound integrieren, oder nicht mehr ordentlich knallen, nein, sie knallen noch dick genug, bloß ihre Stücke zünden 2010 mit Zeitverzögerung im Zielgebiet. Die Offenbarung war dann trotz diverser Durchläufe im Auto und auf der heimischen Anlage der mobile iPhone-Einsatz mit dem Kopfhörer, der zeigt, wie sehr z.B. Songs wie ‚The Infection’ treiben. ‚Another Way To Die’, die erste Ohrwurm-Single besticht zudem mit einem zeitgemäßen und nachdenklich stimmenden Text. „Thematisch handelt der Song von der Klimaerwärmung und wie sich die Entscheidungen, die wir treffen, auf unseren Planeten auswirken. Wir greifen dieses Thema zum ersten Mal auf und hoffen, damit das Bewusstsein der Leute ein wenig für diese wichtige Angelegenheit zu schärfen.“ gibt Draiman im beiliegenden Infoblättchen zu Protokoll. Die CD zeichnet den Song nicht, aus, in iTunes wird er schlicht als „Ishfwilf“ gehandelt. Nach 1:35 Minuten Ruhe setzt sie dann ein, die unglaublich gelungene Cover-Version von U2’s… man könnte selbst drauf kommen…’I Still Haven’t Found, What I’m Looking For’. Draiman singt nah am Original, die Rhythmusgruppe legt das typische DISTURBED-Fundament unter das Cover, bis die Band im Mittelteil das Tempo etwas anzieht, Dan Donegan ein geiles Solo rauspustet, bis man sich wieder am Original orientiert. Super und neben ‚Shout’, und ‚Land Of Confusion’ ein weiterer gelungener Cover-Song dieser Ausnahme-Kapelle, wobei ich mich hier auf die leicht zu bekommenden Stücke beschränke, aber ihr ‚Midlife Crisis’ ist auch ein Hit! 😉 Album-VÖ: 27.08.2010