(Columbia / Sony) 1996 muss es gewesen sein, dass ich APOCALYPTICA im Vier Linden in Hildesheim zum ersten Mal live begutachten durfte. “ Plays Metallica By Four Cellos“ hieß ihr Debüt-Album und live gingen die vier Teufels-Cellisten der renommierten „Sibelius Akademie“ ab wie die „Four Horsemen“ höchstpersönlich. Wahnsinnig, absolut innovativ und trotz aller Sparsamkeit an anderen Instrumenten absolut hart und mitreißend. Im Laufe ihrer beeindruckenden Karriere brachten es die Finnen auf sechs Studio-Alben, „7th Symphony“, der Name sollte es andeuten, ist ihr 7. Output. Und im Laufe ihrer Karriere habe ich die Band etwas aus den Ohren verloren. Im Regal stehen neben der oben angegebenen Scheibe noch das „Inquisition Symphony“-Album von 1998, auf dem die Band ihr Cover-Repertoire neben Metallica um Bands wie Faith No More, Sepultura und Pantera erweiterte, sowie auch drei Eigenkompositionen dazusteuerte. Dann klafft eine große Lücke, die Alben wie „Cult“ (2000), „Reflections“ (2003) und „Apocalyptica“ (2005) ausspart. Lediglich die Single-Auskopplungen schwirren irgendwo rum. Erst „Worlds Collide“ (2007) findet sich wieder im Schränkchen, das Album, welches APOCALYPTICA spätestens in die internationalen Ränge katapultierte. Neben Slayer’s Dave Lombardo (der auch auf dem neuen Werk auf ‚2010’ trommeln darf), hatte die Band Slipknot's Corey Taylor (‚I`m Not Jesus’), Cristina Scabbia von Lacuna Coil (‚S.O.S. (Anything But Love)’), Rammsteins Till Lindemann (‚Helden’) und Adam Gontier von Three Days Grace (‚I Don’t Care’) im Boot. In den amerikanischen Indie- und Rockcharts kletterten APOCALYPTICA mit dem Album sogar auf Rang 7. Auf „7th Symphony“ war ich wieder ziemlich scharf, es mag an der Kollaboration mit Bush-Sänger Gavin Rossdale gelegen haben, mit dem die Band ‚End Of Me’, die erste Single des neuen Werkes herausgebracht hat. Das Album lockte aber noch mit weiteren großen Namen. Neben sechs symphonischen Tracks enthält „7th Symphony“ noch drei weitere Gesangsnummern. Brent Smith von Shinedown singt auf ‚Not Strong Enough’, Lacey von Flyleaf auf ‚Broken Pieces’ und last but not least schmettert auf ‚Bring Them To Light’ Joe Duplantier von den experimentellen französischen Prog-Metallern Gojira eine wahre Thrash-Metal-Granate. Alle Songs für sich sind etwas Besonderes und zeigen, wie weit APOCALYPTICA mit ihrem Songwriting 2010 gekommen sind. Auffallend ist, dass „7th Symphony“ recht hart und kompromisslos ausgefallen ist, ein weiterer Pluspunkt ist, dass die instrumentalen Stücke zu keinem Moment nach Gesang verlangen, was man nicht von jedem Instrumental einer anderen Band erwarten kann, vielleicht aber auch dem Faktor geschuldet, dass die Band mittlerweile statt viertem Cello einen Schlagzeuger an Bord hat, wobei dieser bereits seit 2005 fest mit dabei ist und zuerst auf „Reflections“ in Erscheinung trat, aber wie oben gesagt…. Ich bin nicht ganz up to date, haha! Produziert hat neben Joe Barresi (der den Großteil und z.B. auch die neue Parkway Drive übernahm) noch Howard Benson (My Chemical Romance, Papa Roach). Das Ergebnis, die Namen stehen für sich: fett! Ich bin definitiv kein Klassik- oder Symphonik-Metal-Fan, was APOCALYTICA aber hier abfeiern, zieht mich in den Bann. „7th Symphony“ ist ein Album zum Entspannen, aber auch zum wilden Abgehen. Eicca Toppinen bringt es mit einer seiner Aussagen in der aktuellen Bio auf den Punkt: „Wir haben in dieses Werk wirklich harte Arbeit investiert und hatten dabei jede Menge Spaß. Wer Instrumentals liebt, wird begeistert sein. Wer harte Rocksongs liebt, ebenfalls. Auf diesem Album wird für jeden etwas geboten!“ Nur das noch… Ich empfehle die Version mit der DVD. Ein superschickes Mediabook mit schönen Bildern, Bonus-Tracks und sechs Stücken auf der DVD. Zwar mit anderem Sänger, aber egal, so was kommt immer gut! Album-VÖ: 20.08.2010