(Finestnoise) Ein überraschendes Wiederhören mit alten Bekannten aus dem Siegerland! Wer jemals in diesem unspektakulärsten aller Landstriche der Republik auf der Suche nach guter und lauter Musik war, der kommt schwerlich an DESTINATION ANYWHERE vorbei. Muss wohl das Skandinavien-Phänomen sein: deprimierende Umgebung macht gute Musik... Die Jungs aus Betzdorf und Siegen werfen nun ihr neues Album „Party, Love & Tragedy“ auf den Markt und die erste Frage, die man einem Werk stellen muss, das Ska im Booklet stehen hat, ist natürlich die musikalische Gretchenfrage: Wie hältst du’s mit dem Pogo? Tanzbar ist die Scheibe auf jeden Fall, springbar allerdings nur in Maßen. Dafür ist sie streckenweise einfach ein bisschen zu sacht und leise, vor allem wenn das Blech zu kurz kommt. Man muss der Band aber zu Gute halten, dass beim Hören keineswegs Langeweile aufkommt und rocken tut’s allemal! Die Songs gehen ins Ohr und lassen direkt die Füße zucken und den Kopf nicken, und die gute Laune wird auch gleich mitserviert. Die getitelte Party hätten wir somit schon mal in der Musik gefunden. Die Texte haben’s da mehr mit Love und der flugs folgenden Tragedy. Dabei bleibt’s bei eher klassischen Textzeilen, aber die sind dafür ja nicht weniger wahr und richtig: „The more I hear the less I know / Living is a fake popshow“–schon Shakespeare stellte fest: “Life's but a walking shadow, a poor player, that struts and frets his hour upon the stage”… Jaja, Liebe und Tragödie bleiben eben was sie sind, nur gut dass bei DESTINATION ANYWHERE die Musik ein bisschen mehr rockt als zu Williams Zeiten! Auch wenn „Party, Love & Tragedy“ noch Luft nach oben lässt (die Jungs müssen sich ja schließlich noch steigern können in den nächsten Erfolgsjahren), haben DESTINATION ANYWHERE ein Album voll feiner Musik fabriziert und die ist genau das Richtige für eine Party mit viel Liebe und wenig Tragödie! Album-VÖ: 10.09.2010