(Roadrunner Records) Der neuste Mini-Output, erhältlich nur als iTunes-Download oder auf Vinyl, soll laut Gitarrist und Clean-Sänger Dallas Green ganz anders klingen als das bisherige Schaffen und es so wohl auf keinen regulären Longplayer bringen. Gottlob ist das Bullshit, denn ALEXISONFIRE klangen bislang auf jeder Scheibe anders und das neue Material tut dem keinen Abbruch und geht gleichzeitig einen Schritt zurück zu den ungeschliffenen Anfängen der Kapelle. Das kanadische Quintett umschifft wieder einmal geschickt die bekannten Fahrwasser des MetalCore-Stroms und des Emo-Rivers. Angekommen ist man im PostHardcore-Hafen und hat sich hier ein Sturm- und Untiefen-tauglichen Kahn zusammengezimmert. Was gleich zu Beginn der vier Tracks auffällt und sich durch alle Stücke mit Gesang durchzieht: Haupt-Shouter George Petit klingt wieder deutlich angepisster als auf dem letzen Werk und Dallas Green kommt im Gegensatz zu Leadgitarrist und Sänger Wade McNeil weniger zum Zuge. Der Opener ‚Dog’s Blood’ hätte aufgrund seiner Härte und rauen Charmes auch gut und gerne auf dem Album „Crisis“ Platz gefunden, bis der epische Mittelteil einsetzt und Mr. Green's Organ für Gänsehaut pur sorgt. ‚Grey’ klingt wie ein derbes Überbleibsel der „Young Cardinals“-Sessions und frisst sich immer tiefer in die Gehörwindungen. ‚Black As Jet’ beginnt wie ein Old School Punk-Kracher und wird dann ab der Mitte zu einem Walzmonster mit spacigen Gitarren-Einsprengseln, was man ebenso auf „Crisis“ hätte zelebrieren können. Das abschließende Instrumental ‚Vex’ kann trotz über sechs Minuten Spielzeit und sich ständig wiederholender Parts den Spannungsbogen halten und wäre auch ein toller Schlusspunkt auf dem Vorgänger-Longplayer gewesen. Abschließend kann man die Truppe nur beglückwünschen, ihren Fans dieses Kleinod an spannenden Songs ermöglicht zu haben. VÖ-Termin: 02.11.2010