(Rising Records) Kennt ihr das, ihr steht morgens um 05:30 Uhr auf und seht eure Hand vor Augen kaum, weil der Winter allmählich über den Herbst siegt. Und auch wenn ihr zum Fenster raus seht, fällt euer Blick nur auf eine dichte, undurchsichtige Nebelmasse. Ihr stolpert über eure Freundin fast auf eure Katze, nehmt den letzten Schluck Restbier aus der auf dem Boden stehenden Flasche und taumelt ins Bad um euch eine Hand voll Wasser vor die verkleisterten Augen zu werfen… Dann solltet ihr eurem Wachmach-Programm zukünftig eine Komponente hinzufügen: RED XIII. Die Band knüppelt euch dann auch mit solidem DeathCore / MetalCore den ersten Schiss aus dem Leib, zwiebelt euch das Mettbrötchen und trägt euch, wohin auch immer ihr um diese unmenschliche Zeit müsst (Falls das zufällig ein Callcenter sein sollte, meldet euch, wir müssen dringend reden). Ob die vier Jungs von RED XIII sich nun nach dem knuddeligen Wesen aus Final Fantasy benannt haben, kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Fest steht jedoch, dass die Bandbesatzung noch nicht all zu viele Jahrzehnte auf dem Buckel hat und aus Blackpool in Großbritannien stammt. Mit „Better Safe Than Sorry“ liefert das Quartett sein Debütalbum ab, welches beeindruckende und gekonnte, jedoch nicht gerade individuelle oder klar der Band zuzuordnende, musikalische Talente mit sich bringt. Es wird fröhlich gescreamt, geshoutet und gegrowled, bis das Stimmband kratzt. Auch das schnelle Drumgeknüppel und das Gitarrenspiel lassen aufhorchen. Auch die gelegentlich erholsamen, rein instrumentalen Songs sind sehr lobenswert und passend. Der absolute Überbrenner ist „Better Safe Than Sorry“ jedoch noch nicht. Zu kurz kommen die zehn Tracks daher und nur die wenigsten fesseln den Hörer komplett. Doch was nicht ist, kann ja noch werden! Fazit: Zum Wachmachen bestens geeignet, zum finalen Breakdown im Moshgelage jedoch noch zu unausgereift. Anspieltipps: ,Pyramids’, ,You Know Me’ und ,(It Was A Lovely Service At Your) Texan Funeral’ Album-VÖ: 05.11.2010