(Roadrunner Records) Es ist wieder so weit! Nach gut zwei Jahren hauen die Jungs von UNDEROATH mit „Ø (Disambiguation)“ am 09.11.2010 ihr mittlerweile fünftes Studioalbum raus. Aufgrund der genialen Vorgänger-Alben fallen die Erwartungen an das neuste musikalische Werk natürlich nicht gerade gering aus. Insbesondere die Frage, ob UNDEROATH den Austritt von Drummer und Gründungsmitglied Aaron Gillespie haben kompensieren können, werden sich Kritiker wie Fans gleichermaßen gestellt haben. Denn immerhin musste damit nicht nur die Rhythmusabteilung schweren Herzens ziehen gelassen werden. Mit Aaron und seinem cleanen Gesang haben UNDEROATH auch das gesangliche Gegenstück zu Frontmann und Shouter Spencer Chamberlain verloren. Aber wie sagt man doch so schön: Man wächst mit den Herausforderungen. Und UNDEROATH haben sich dieses Sprichwort in jedem Falle zu Herzen genommen! Mit „Ø (Disambiguation)“ schaffen es UNDEROATH, insbesondere an den Sound der Vorgänger „Divide The Great Line“ und „Lost In The Sound Of Separation“ nahtlos anzuknüpfen. Dies haben die US-Amerikaner dabei zu großen Teilen Spencer zu verdanken, der nun nicht nur die Schreipassagen in den Songs übernimmt, sondern auch für die Clean Vocals, bei denen er teilweise von Gitarrist Timothy McTague unterstützt wird, verantwortlich ist. Wenn man es nicht besser wüsste, würde man beim ersten Hören fast denken, Aaron höchstpersönlich hätte sich noch einmal die Ehre gegeben. Sein Platz hinter den Drums wird nun allerdings von Ex Norma Jean-Drummer Daniel Davison besetzt, der durch sein energiegeladenes Drumming mehr als überzeugen kann und die an den Drums entstandene Lücke nahtlos schließt. Aber auch die übrigen Bandmitglieder machen einen hervorragenden Job. Genauso wie schon auf den vorherigen beiden Alben wird der Sound durch vertrackte Song-Arrangements und einen melancholisch, düsteren Grundsound geprägt. Gerade bei letzterem haben die Jungs noch einmal eine ordentliche Schippe draufgegeben. Zwar entfalten die Songs nach wie vor eine unglaubliche Energie. Insgesamt fallen sie auf „Ø (Disambiguation“ jedoch etwas langsamer und schwerfälliger aus. Das wiederum  hat zur Folge, dass eine noch beklemmendere Atmosphäre erzeugt wird. Bereits der Opener ‚In Division’ lässt an diesem Umstand keinerlei Zweifel entstehen. Nach kurzem elektronischen Intro hämmern schwere Gitarrenriffings, gepaart mit aggressiven Vocals auf den Hörer ein, die diesen schon einmal auf die kommenden zehn weiteren Tracks einstimmen. Mit ‚Catch Myself Catching Myself’ folgt ein Song, der abgesehen von dem genialen Chorus, auch von The Chariot hätte stammen können. ‚Paper Lungs’ bietet anschließend die Möglichkeit, kurz Luft zu holen, bevor es mit ‚Illuminator’ mit Vollgas weitergeht. Bei dem von elektronischen Passagen geprägten ‚Driftwood’ konnte sich Keyborder und Synthesizer - Experte Chris Dudley austoben, der erfreulicherweise auf dem gesamten Album wieder eine stärkere klangliche Präsenz hat, als es noch bei „Lost In The Sound Of Separation“ der Fall war. Ein brachiales Intro sowie tiefe Gitarrensounds und treibende Drums bestimmen bei ‚A Divine Eradication’ das Klangbild und machen diesen zu einem der härteren Tracks auf „Ø (Disambiguation)“. Nach dem melancholischen ‚Who Will Guard The Guardians’, bei dem Spencer mit seinem cleanen Gesang zu gefallen weiß, folgt mit ‚Reversal’ ein kurzes Interlude, bevor dem Hörer mit ‚Vacant Mouth’ ein treibendes Up–Tempo Stück serviert wird. Dank ‚My Deteriorating Incline’ geht es dann noch einmal richtig nach vorne. Das geniale, groovende Riffing, sowie der Wechsel zwischen treibenden und Half - Time - Passagen, lädt unweigerlich zum Kopfnicken ein. Last but not Least, entlassen UNDEROATH den Hörer mit ‚In Completion’, einem ebenfalls sehr düsteren Song, der die durch die übrigen Songs geschaffene Atmosphäre noch einmal perfekt einfängt. Insgesamt lässt sich sagen, dass UNDEROATH es wieder einmal geschafft haben, ein durchweg überzeugendes, musikalisches Werk zu schaffen. Dabei ist es insbesondere erfreulich zu sehen, dass der Ausstieg von Aaron Gillespie gut weggesteckt wurde und UNDEROATH weiterhin an ihrem Sound festhalten. Zwar hat dies zur Folge, dass die klanglichen Unterschiede zu „Lost In The Sound Of Separation“ eher gering ausfallen. Dieser Umstand tut allerdings dem hohen musikalischen Niveau, auf dem sich UNDEROATH bewegen, keinen Abbruch. Auch mit „Ø (Disambiguation)“ bieten UNDEROATH ganz großes Kino. Album-VÖ: 19.11.2010