(AFM Records) Nachdem sich einige Überbleibsel der Nu Metal/Rock-Szene wie z.B. Taproot, die Deftones, Sevendust oder auch Breed 77 mehr als beeindruckend in diesem Jahr zurückmeldeten, war meine Euphorie ob eines neuen Werkes der Latino-Rocker von ILL NIÑO sehr groß. Zu intensiv war doch die Enttäuschung nach dem 2008er Output „Enigma“. Langweilig, uninspiriert, gar belanglos schlängelte sich das Material aus den Boxen und fand nie einen Hauch von Wirkung. Nachdem die Jungs aus New Jersey anno 2006 ja bereits ein Best-Of Album in die Masse warfen, hatte man sowieso den Verdacht, mit dem baldigen Ende leben zu müssen. Hits und Erfolge feierte man ja lange Meter in besagter Blütezeit, mit Perlen wie ‚God Save Us’, ‚How Can I Live’ oder dem fulminanten ‚What Comes Around’. Was hat der gemeine Hörer also nun 2010 zu erwarten: Ein geiles Album und ein tolles Comeback der Band um Sänger Cristian Machado. Mehr Hits und Emotionen gehen nicht. Sehr viel variabler, progressiver, aber immer eingängig und druckvoll. Der Gesang ist unverkennbar, aber eine ganze Spur flexibler. So kann man hier und da sogar ein paar eingestreute, tiefe Growls vernehmen. Aber natürlich darf bei einem echten Latino auch das liebliche Gesäusel nicht fehlen. ILL NIÑO’s berühmte Percussions sind natürlich ebenfalls am Start, fallen aber im Vergleich zu Vergangenem eher beiläufig auf. Die Gitarren sind wie gewohnt sehr bratig, wie es sich für ordentliches Nu Metal der Neuzeit gehört. Man hat generell immer das Gefühl, dass diese Musik in das Hier und Heute wunderbar passt. Und so kann man sicherlich anführen, dass der New Jersey-Sechser mit den oben genannten Combos konkurrieren kann, in Bezug auf das Comeback einer längst totgesagten Musikkultur. Besondere Anspieltipps: Die ganze verdammte Scheibe! Kaufen!!! Album-VÖ: 29.10.2010