(Standby Records) Legen wir los, BLACK VEIL BRIDES ist definitiv eine EmoCore / MetalCore-Band und zudem auch noch eine verdammt gute und mit das Beste, was ich aus der Sparte in der letzten Zeit vernehmen durfte. Natürlich kategorisiert sich die Band selbst als Rock / Metal. Emo ist in den letzten Jahren schließlich immer mehr in Verruf geraten, da steckt man sich selbst als kommerziell, - und profit-orientierte Musikerkapelle heutzutage natürlich nicht selbst in die Randgruppen-Schublade. Und dabei war EmoCore Mitte der 80er Jahre noch revolutionär. Ein eigenständiger Ableger des Hardcore–Punk. Bands wie Fugazi und Rites Of Spring waren die gefeierten Helden der Bewegung. Fairerweise muss man einräumen, dass der Gitarrist und Sänger beider Bands, Guy Picciotto, sich damals auch nie als Emo eingeordnet und den Begriff, sowie die meisten Vertreter, die unfreiwillig in das Genre stigmatisiert wurden, ziemlich gehasst hat. Doch heute, knapp 25 Jahre und etliche falsche Vorurteile später, welche vor allem mit dem Jahrtausendwechsel, Tokio Hotel, psychisch labilen-, depressiven-, oder Suizid-gefährdeten Jugendlichen einhergehen, (welche sich, durch den in Mode gekommenen Kleidungsstil und die harte / gefühlvolle Musik, dem „Emo“ zugehörig fühlen) ist das Bild der heutigen Emo Generation für die Hauptbevölkerung leider nicht mehr als ein Scherz. Emo gilt als eine Gruppierung androgyner, post – pubertärer Kinder, auf welche man in Mexiko und manch einem Untergrund sogar - obwohl man im Grunde genommen durch die vielen Vorurteile und Lügen nicht mehr als ein halbgares Viertelwissen besitzt, welches in etwa mit dem Wahrheitsgehalt der Bibel aufgewogen werden kann - zur Jagd angesetzt hat. Es wird lieber auf sie gehetzt, anstatt jenen verirrten Seelen, welche prozentual jedoch nur einen kleinen Teil der Emos ausmachen, Hilfe anzubieten. Und die Schar der sich ritzenden Personen unter ihnen, welche nicht wissen wie sie ihre Trauer und den Schmerz sonst verarbeiten sollen, oder Hilfesuchend nach Aufmerksamkeit schreien, wird verhöhnt und ignoriert… Peinlich und wirklich schade! Doch zurück zum eigentlichen Anliegen, BLACK VEIL BRIDES liefern mit ihrem Debutalbum „We Stitch These Wounds“ eine sehr starke Platte, mit beeindruckenden Gitarrenriffs – und manch Dragonforce-gedenkenden Soli ab, welche sich jeder Freund Core-lastiger Musik dringlichst zu Gemüte führen sollte. Ich werde das wohl noch einige Jahrzehnte lang tun und eh immer´n Emo Kid sein, jedoch ohne das Schminken und Ritzen! Und was die Genre-Einordnung von den fünf Jungs der BLACK VEIL BRIDES betrifft. Wenn sie sich selbst nicht als EmoCore-Band sehen, so nennen wir das Ganze aufgrund des recht skurrilen und Kiss-verdächtigen Outfits, welches mit der Band einhergeht, doch wenigstens Glam-Rock / Metal. Anspieltipps: ,We Stitch These Wounds’, ,The Morticians Daughter’ und ,Carolyn’ Album-VÖ: bereits erschienen