(Senator / Universum Film) Wenn man sich Kritiken und Meinungen zu SHELTER einverleibt, fällt auf, dass der Film extrem polarisiert. Die Statements schwanken zwischen „extrem schlecht“ und „total gelungen“. Klar, die Geschmäcker sind verschieden, bei diesem Werk fällt der Meinungs-Spagat aber extrem auf, was nach dem Ansehen auch nachvollzogen werden kann. Stellt sich nur immer die Frage, in wieweit einige Kritikpunkte auch wirklich als störend empfunden werden. SHELTER hat mir nahezu während der gesamten Laufzeit eine fiese Gänsehaut beschert und mich nach dem Abspann noch lange über den Film nachdenken lassen. Und genau das sind die Filme, die ich mit einem „sehenswert“ bedenke. Zuletzt geschehen bei Repo Men, der ja auch von der Kritik nicht gerade mit Lob überschüttet wurde. Für mich aber einer der Filme des Jahres! Nicht zuletzt durch den Plot-Twist! Zurück zu SHELTER: Es geht um die Psychiaterin Cara Jessup (Julianne Moore), die Expertin für "multiple Persönlichkeitsstörungen" und speziell für das Widerlegen solcher Theorien (wunderbar im Vorspann eingefangen) ist. Ihr Vater, ebenfalls ein Fachmann auf diesem Gebiet, bringt sie mit Adam (Jonathan Rhys Meyers) zusammen. Dieser sitzt im Rollstuhl, seine zweite Persönlichkeit jedoch kann laufen (ein fieser Schockmoment!). Nach und nach entdeckt Cara, dass Adam auf der einen Seite noch eine weitere Persönlichkeit hat und dass auf der anderen Seite diese Alter Egos bereits seit längerer Zeit tot sind! Die Schauspieler garantieren schon durch ihre Anwesenheit einen guten Film, besonders überzeugend spielt allerdings Rhys Meyers auf, der einem wirklich unheimlich werden kann. Nicht nur aufgrund seiner Wirbel-beanspruchenden „Verwandlungen“. Unheimlich ist aber auch das Setting des Films und die Grundstimmung, man erwartet zu jedem Zeitpunkt einen Schockmoment (der auch diverse Male kommt!). Zu einem bestimmten Zeitpunkt kippt die Story von der Psycho- auf die okkulte Schiene, von vielen nicht goutiert, ich finde das Ganze aber nachvollziehbar und gerade reizvoll! Gut, das Ende wirft die ein oder andere Frage auf, aber welcher Hollywood-Film kann sich davon freisprechen? SHELTER garantiert auf jeden Fall für einen gruseligen Abend, der bei dem ein oder anderen Gemüt auch für die obligatorischen „unters Bett“ oder „in den Schrank“-Blicke reichen sollte! Film-VÖ: 03.12.2010