BROTHERHOOD

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(Ascot Elite)

Beschränkten sich zu unserer Kindergarten- und Schulzeit die Mutproben darauf, z.b. einen Regenwurm zu essen, nachts die Nachbarn aus dem Bett zu klingeln oder der jungen Mathe-Lehrerin unter den Rock zu schauen, so sind zu amerikanischen Uni-Zeiten die Sitten wesentlich rauer.

Die bizarren Aufnahmerituale in der Studentenverbindung „Sigma Zeta Chi“ sind der Grund, warum sich die Bewerbungsnacht zur Aufnahme in die Bruderschaft für die Neulinge Adam (Trevor Morgan) und Kevin (Lou Taylor Pucci) zu einem wahren Alptraum entwickelt. Bei fingierten Überfällen auf diverse Tankstellen kommt es durch ein Missverständnis zu einem tragischen Schusswechsel, bei dem Kevin schwer verletzt wird. Da sich Anführer Frank (Jon Foster) vehement weigert, eine Ambulanz zu rufen, gerät die Situation immer mehr außer Kontrolle. Nachdem der Verletzte in das Verbindungshaus gebracht wird, versuchen alle Beteiligten nun einen Lösungsweg zu finden. Allerdings endet jeglicher Versuch in einer Sackgasse und der Wettlauf mit der Zeit und dem gegenseitig wachsenden Misstrauen beginnt.

Als Preisträgerfilm bei den renomierten amerikanischen, aber hier relativ unbekannten South by Southwest-Festivals, wurde BROTHEHOOD hier in Deutschland beim Fantasy Filmfest erstmals vorgeführt.

Regisseur und Drehbuchautor Will Cannons Debüt orientiert sich laut Ascot Elite stark an den Arbeiten zu Ehren des Oskar-Preisträgers Roger Corman (Piranha). Cannons Inszenierung, gerade am Anfang des Streifens, lässt ein leichtes 1970er Exploitation-Feeling aufkommen und er versucht im Minutentakt, diverse Handlungsstränge zu schaffen. Soweit so (noch) gut.

Im Strome diverser Neuerscheinungen im Dezember, unter anderem Hollywoodglanz à la Inception, hatte ich bei BROTHERHOOD aufgrund des Titels mit einer Perle ganz im Stile aus den vergangenen 1990er Ghetto/Gangsterfilm-Tagen gerechnet. Zu verlockend klang doch der Titel nach Boyz n the Hood, Menace to Society oder Blood in / Blood out. Beim Blick auf die Info der Rückseite allerdings, war dann doch die Hoffnung dahin und schnell wurde klar, dass es sich nicht um schwarze, weiße oder mexikanische Gangster, sondern lediglich um Mitglieder (vornehmlich weiß) einer Studentenverbindung handelt. Nun gut, muss ja alles nicht schlecht sein, immerhin befindet sich ja auch eine Knarre auf der Vorderseite des Covers. Das der gesamte Handlungsplot dann allerdings so wirr und von teils unmöglich wirkenden Zufällen geradezu überladen wird, hat mein rasantes Actionherz bis jetzt noch nicht verkraftet. Da muss man sich selbst als Darsteller mittendrin schon wie im falschen Film vorgekommen sein. Was die Protagonisten selbst angeht, so ist die Wahl für einen Independent-Streifen relativ gut ausgefallen. Keiner der Teilnehmer, außer vielleicht Trevor Morgan (Jurassic Park 3, The Glass House), ist großartig bekannt, alle machen aber ihre Sache den Umständen entsprechend ganz ordentlich.

Nun muss ich ja hier zu Lande die Lokalisierung bewerten und genau da liegt der größte Schwachpunkt des Streifens. Die Synchronisation ist dermaßen mies, dass selbst der ein oder andere Beate Uhse Softporno einen Oskar für Vertonung verdient hätte und macht damit die ernst gemeinte Handlung teilweise zu einem absoluten Witz, dass selbst härtere Szenen einen ungewollt komödiantischen Ansatz bekommen. Die Bildqualität und teils gewollt wackelige Kameraführung hingegen fängt alles entsprechend gut ein und erzeugt eine düstere Stimmung.

Fazit: Einmal mehr sieht man, wie viel eine gute Lokalisierung ausmacht, um nicht schon nach zwei Filmminuten ein schlechtes Gefühl zu bekommen. Wobei auch die englische Sprachversion nicht von überzogenen und aberwitzigen Zufällen im Plot abzulenken vermag. Bei mir bleibt daher wenig hängen.

Film-VÖ: bereits erhältlich

2.5 von 6 Punkten
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