(Downtown Records / Cooperative Music / Universal) Zu viel Liebe und zu wenig Abwechslung. Dies sind wohl die ersten Gedanken, die einem durch den Kopf schießen, wenn man die neue Scheibe der COLD WAR KIDS anhört. Die vier Jungs aus Kalifornien verlieren mit ihrem dritten Studioalbum nicht nur an Kreativität, sondern auch zunehmend ihren durch starke schrammelige Gitarren geprägten Charakter. „Mine Is Yours“ ist den Jungs irgendwie zu glatt geraten, es wird zu viel über mal mehr, mal weniger innige Liebesbeziehungen gesungen und zu wenig auf Vielfalt gesetzt. Jedoch sind die Songs zunehmend klarer und lassen deutlich Qualität erkennen. Eines der herausragenden Lieder ist ‚Louder Than Ever’. Bestechend durch eine sich durch die Strophen ziehende, schnelle und mitreißende Gitarre, wird diese nur durch den ziemlich eingängigen Refrain unterbrochen. Nicht zuletzt ist die Stärke des Songs auf die kraftvolle Stimme des Sängers Nathan Willet zurückzuführen. Die neue Klarheit erkennen lässt besonders das darauf folgende ‚Royal Blue’. Ein Song der, geprägt durch funkige Gitarrenelemente, großartig arrangiert und mitreißend ist. Leider verliert sich die Anfangs noch abwechslungsreiche Aufstellung besonders ab der zweiten Hälfte des Albums immer mehr in Eintönigkeit. So fühlt sich auch ‚Bulldozer’ wie eine kleine Odyssee an. Man hat das Gefühl, den Jungs geht zum Ende hin etwas die Puste aus. Die Melodien werden immer poppiger. Die langatmig schmachtenden Refrains unterbrechen die zunächst kraftvollen Strophen zu häufig, so dass sich die COLD WAR KIDS in ihrer neuen Klarheit oft zu sehr ausruhen und darüber Leidenschaft und Aufmüpfigkeit vergessen. Dass sie es anders können, beweisen sie auch mit ‚Out Of The Wilderness’. Durch ein starkes ziehendes Schlagzeug, sphärischen Gesang und einen leidenschaftlich geschmetterten Refrain sticht dieser Song in der Mitte des Albums noch einmal besonders heraus. Im Großen und Ganzen scheint „Mine Is Yours“ ein netter Versuch zur Veränderung, jedoch mit dem Wermutstropfen, das Ziel nicht ganz erreicht zu haben. Album-VÖ: 21.01.2011