(Victory Records) Am 15.02. erscheint die neue Rille von THE WARRIORS, „See How You Are“. Ob es die fünf Krieger schaffen werden, sich auf dem weit gesäten Schlachtfeld des Hard- und MetalCore als siegreiche Helden feiern zu lassen, oder ob sie selbiges mit gesenktem Haupt verlassen müssen, soll im Folgenden näher beleuchtet werden. Der Opener und Albumtitel ‚See How You Are’ beginnt leider eher verhalten. Dessen Tauglichkeit als eine auf die entscheidende Schlacht einstimmende Kampfansage wäre doch eher anzuzweifeln. Ein bisschen mehr Druck und Tempo hätte sicher nicht geschadet, um die eigenen Mannen und auch den Hörer gleich von Anfang an mitzureißen. Leider vermag auch ‚The War Unseen’ an diesem Zustand noch nicht allzu viel zu ändern. Zwar geht es hier schon etwas schwungvoller zur Sache und auch das Intro-Riffing geht sofort gut ins Ohr, dennoch will der Funke noch nicht so recht überspringen, erscheint die gesamte Komposition insgesamt doch zu glatt und echte Highlights vermissen lassend. Wer jetzt denkt, die Schlacht wäre bereits verloren, der wird mit ‚Seize The Fire’ eines Besseren belehrt. Ein druckvolles Intro sowie die aggressiven Vocals vermögen den verloren geglaubten Kampfgeist wieder zu neuer Stärke zu erwecken. Zum ersten Mal hat man das Gefühl, dass die Fünf die Schlacht für sich gewinnen wollen. Der Siegeswille wird mit ‚Pit Of Shame’ noch mal ordentlich unterstrichen. Passagen, die geradezu dazu einladen, die Faust in die Luft zu reißen und ordentlich mit zu gröhlen, bestimmen hier das Geschehen. Mit ‚Mental Chains’ nimmt die ganze Maschinerie dann weiter an Fahrt auf. Etwas mehr Kreativität in der Bridge hätte dem Stück allerdings nicht geschadet und wäre dem gelungenen Intro gerechter geworden. „See How You Are“ verdankt ‚Here We Go Again’ eines der musikalischen Highlights. Stumpf wummernde Gitarren, gepaart mit dicken Gangshouts verleihen der an sich gelungenen Komposition ein angenehmes Hardcore–Flair. Leider wird dieses mit dem viel zu langen und ermüdenden Solo am Ende wieder zerstört. An ‚Here We Go Again’ wird deutlich, wo das Problem bei „See How You Are“ liegt: geniale Passagen, die Lust auf mehr machen, werden durch entweder zu eintönige, oder nicht in letzter Konsequenz durchdachte Passagen wieder ausgebremst. Eine erfreuliche Ausnahme davon macht allerdings ‚Subrise El Muerto’, der zwar der kürzeste, aber wohl auch der gelungenste Song auf dem Album ist. Hier wird einfach alles richtig gemacht: rotzig und ohne Rücksicht auf Verluste geht es hier nach vorne. So werden Schlachten gewonnen! Und wie fällt das Ganze noch leichter? Richtig! Wenn man sich Verbündete mit an die Front stellt. Bei ‚Panic’ ist das niemand geringeres als Frontmann Winston McCall von Parkway Drive. Und der gemeinsame Schlachtplan geht wunderbar auf und das musikalische Schrei–Duett liefert dem Hörer ein weiteres musikalisches Highlight, das sich gewaschen hat! Schade, dass es davon nicht mehr auf „See How You Are“ zu hören gibt. Zwar haben es mit ‚The Enforcer’ und dem gelungenen ‚Along The Way’ zwei weitere solide Tracks auf die Rille geschafft, dennoch schafft es „See How You Are“ nicht in letzter Konsequenz zu überzeugen. Der verschlafene Start und die (zu) überschaubaren Highlights verbauen den fünf US-Amerikanern leider den Weg zum glorreichen Triumph auf dem Schlachtfeld, so dass sich mit einer Platzierung im oberen Mittelfeld begnügt werden muss. Schade, da wäre auf jeden Fall mehr drin gewesen. Album-VÖ: 15.02.2011