Eine ordentliche Portion Thrash Metal steht an diesem Abend auf dem Programm in der Meier Music Hall zu Braunschweig. Endlich mal nix mit Core und sonstigem Gedöns. Pures Abrocken ist angesagt, ohne Kloppen und Treten. Die ersten beiden Bands spare ich mir, da aufgrund des mangelnden Publikums weder Stimmung aufkam, noch irgendetwas Besonderes hängen blieb. Mit KORZUS ist dann das erste Highlight des Abends am Start. Sehr lustig anzusehen die Herren, in teils schon etwas betagterem Alter. Ihr Fronter Marcello Pompeu sieht glatt aus, wie die brasilianische Version eines Ronny James Dio (R.I.P.) und in Sachen Energie steht er besagter Legende auch in Nichts nach. Man kann hier regelrecht beobachten, wie sich beim nun zahlreicheren Publikum schon teils die Augenbrauen hochziehen, ob der dargebotenen Performance.  Und was die Herren aus Sao Paulo im Bereich Tempo und Präzision servieren, ist schier großartig. Angetan hat es mir auch Basser Big Siebert, der nicht nur wie Catweazle aussieht, sondern auch ebenbürtig auf der Bühne umhertanzt, allerdings ohne Kröte auf der Schulter. Nach ca. einer halben Stunde ist das Erlebnis aber dann auch schon wieder vorbei und der Fünfer unter der Flagge von AFM Records verlässt unter tosendem Applaus die Bühne. Nach einer doch recht fixen Umbauphase, senkt sich nun das Licht und die seichten Klänge des Intros ertönen. Am Beginn des Abends konnte man wirklich nicht vermuten, dass sich doch eine so stattliche Anzahl an Metalheads im leicht verschneiten Braunschweig einfinden würde. Zoli rechnete im Vorfeld mit knapp 60 Nasen für diesen Gig. Es sind nun doch einige mehr geworden und verharren der Dinge, die nun kommen. Und, so viel sei gesagt, sie kommen wie ein Dampfhammer. Gleich mit der Hitsingle 'Last Fight' rollt der Thrash-Tornado über Ost Niedersachsen und zermäht von Minute eins an alles was sich ihm in den Weg stellt. Zoli und seine Mitstreiter sind in absoluter Weltklasse-Form, immer noch gepusht von ihrem Kölner Underground-Erlebnis, wo sie vor voller Hütte ebenfalls alles niedergerissen haben. Und der Super Sound, lässt keine Nuance oder Spielerei verschwinden. Das Publikum geht steil und auch ich kann mich nach meiner Foto Phase nicht mehr halten und hüpfe wie 'ne angepiekte Wildsau vor der Bühne umher. Mit 'Redemption' knallen EKTOMORF auch im Anschluss zu 'Last Fight' gleich noch den Titeltrack zur neuen Scheibe in die Menge. Der Bass pumpt, die Double Bass wummert und die Gitarren peitschen jeden Song präzise voran und man merkt den Ungarn die Spielfreude förmlich an. Alle Alben werden von EKTOMORF berücksichtigt und das Publikum ist dabei jedes Mal sehr textsicher. In der Mitte des Sets findet dann auch die erste akustische Nummer mit Johnny Cash's 'Rusty Cage' statt. Die kurze Erholphase hat sich die Menge auch redlich verdient und man lauscht gespannt der Sangesleistung von Zoli. Sehr beachtlich. Aber der Vierer ist und bleibt nun mal moderner Thrash und so geht es nun auch mit Dampf weiter. Als dann gegen Ende auch beim Publikum die Kräfte schwinden, haben die Jungs um den charismatischen Frontmann ein Einsehen und mit 'Stigmatized' und dem herausragenden 'The One' (auf Scheibe mit Danko Jones), findet das Set ein würdiges Ende. Geilomat. (Alle Fotos copyright by Pierre Heinemann)