“Auf der Reeperbahn nachts um halb eins...”. Was Hans Albers einst für das reife Publikum über den Kiez zum Besten gab, zählt an diesem Samstagabend, oder besser, noch späten Nachmittag, einmal mehr gar nicht. Bereits um 17.30 Uhr Ortszeit öffnet die Grosse Freiheit 36 ihre Pforten und wer nur ein viertel Stündchen später erscheint, durfte sich die erste Combo ADEPT mal gepflegt von draußen anschauen. Nicht zuletzt auch, weil die Jungs und Mädels von der Security sich einen gemütlichen Wochenendtag machen wollen und nach dem Motto: „Eile verweile“ an ihre Sachen heran gehen. Endlich den lästigen Parcours hinter uns gelassen, stürme ich gleich in Richtung Bühne, wo wie gesagt die Jungs von ADEPT schon im vollen Gange sind. Die Jungs aus Trosa, Schweden erweisen sich dabei als sehr gute Wahl in der Rolle des Anheizers. Vor ausverkauften Rängen geben die Jungs ordentlich Gas und Sänger Robert Ljung beweist, dass er sowohl Schrei- als auch den cleanen Gesang sehr ordentlich beherrscht und von der Seite der Stage-Performance lassen die Jungs auch keine Wünsche offen. Eine sehr gute Werbung, für ihr am 03.03.2011 erscheinendes, neues Album. Nachdem nun das junge Publikum sowohl von männlicher, als auch weiblicher Seite gut eingestimmt wurde, freuen sich nun überwiegend die jungen Mädels auf die Burschen von PIERCE THE VEIL. Eine ordentliche Portion Emo ist nun angesagt und der Vierer drückt gleich mal ein bisschen aufs Tempo, will man doch in der kurzen Phase der Spielzeit einiges zum Besten geben. Mit ihrer aktuell zweiten Langrille im Gepäck haben die Jungs aus dem Sonnenstaat Kalifornien hochinteressantes Material auf der Habensseite und geben eingängige aber auch anspruchsvoll, verspielte Songs zum Besten. Einzig der mordsmäßig hoch und quäkige Gesang von Fronter Vic Fuentes ist schon Brain Drilling vom Feinsten und nur für 'ne gute halbe Stunde zu ertragen. Ein ganz anderes und sehr männliches Programm entert nun im Anschluss in Person der Jungs von BAYSIDE die Bühne. Sehr viel rockig/punkiger und mit großartigem Gesang ausgestattet, gehen die New Yorker in die Vollen und so steht die komplette Grosse Freiheit Kopf. Es wird getanzt, geschubst und einfach ordentlich steil gegangen und sowohl Mädels als auch Jungs sind wieder gleichermaßen beschäftigt. Alle großen Hits des Vierers finden trotz der knappen Spielzeit ihren Platz und so ist der Auftritt von BAYSIDE als äußerst gelungen zu bezeichnen. Aber die ganz großen Stars des Abends sollen ja nun noch folgen. Und ich entschuldige mich im Vorhinein schon einmal für meine nun folgende Einschätzung, da sie mit Huldigungen und Lobpreisungen nur so gespickt sein wird. A DAY TO REMEMBER, und da werden mir mit Sicherheit alle Anwesenden in Hamburgs Vorzeige-Club Recht geben, bieten hier und heute eine Weltklasse-Leistung. Wurde man durch die Supports schon ordentlich bedient an diesem Abend, so kommt keine der Combos auch nur ansatzweise an die Leistung von Jeremy McKinnon heran. Alle Hits von allen Alben werden serviert und die Halle wird erbarmungslos planiert. Eine Reihenfolge der Songs kann ich mir nicht merken, da ich mit Hüpfen und Tasche festhalten zu beschäftigt bin. Auf jeden Fall sind die Songs genial sortiert, so dass sich punkige und corige Songs abwechseln. In der Zugabe, nachdem es kurz Akustik mit Weltklasse Gesang gibt, kommen nun die letzten zwei Highlights. Mit 'The Downfall Of Us All' und 'The Plot To Bomb The Panhandle' wird der Kiez nun in Schutt und Asche zerlegt und man muss Angst haben, dass die obere Tribüne nicht unter den abfeiernden Menschenmassen zusammen bricht. WELTKLASSE. Hier ein kleiner Happen mit sehr viel Bass: http://www.youtube.com/watch?v=s0VZPBvUuNM (Alle Fotos copyright by Pierre Heinemann)