(Century Media) DARKEST HOUR aus Washington D.C., die sich im Jahre 1995 gründeten, gehören ohne Zweifel zu den fleißigsten Bands im Metal-Zirkus. Sieben Alben in 11 Jahren sprechen eine deutliche Sprache. Das vorliegende "The Human Romance" ist Langrille Nummero Sieben, das Debüt-Album "The Mark Of The Judas" erschien im Jahr 2000. Und eben "The Human Romance" veröffentlicht man nun nicht mehr auf dem "Haus und Hof"-Label Victory Records, auf dem man bis auf das Debüt (welches bei M.I.A. Records herauskam) eine Handvoll Werke plazierte, sondern bei Century Media Records. Wo DARKEST HOUR drauf steht, sind natürlich auch DARKEST HOUR drin. Man könnte der Band ja fast Stagnation vorwerfen, da man ja prinzipiell schon seit Jahren eine amerikanische Version von schwedischem Melodic Death Metal Marke In Flames mit leichtem Hardcore-Einschlag extrem virtuos runterzockt. Und das, ohne sich großartig zu verändern. Aber von AC/DC, Motörhead und Co. will man ja auch das Altbewährte in immer wiederkehrenden und die Sucht befriedigenden Dosen. War das Vorgängerwerk "The Eternal Return" qualitativ nicht ganz so zufriedenstellend, wie man sich das von Mike Schleibaum und Co. erhofft hatte, besinnen sich DARKEST HOUR auf dem neuen Werk wieder zu 100 % auf ihre Stärken, nämlich traditionelle Musik, ohne Schnörkel, Firlefanz und Trendanbiederungen zu kreieren. Keine Breakdowns, kein austauschbares 0815-Szene-Geschwurbel, kein Wechselgesang,. Leider liegt bei letzterem aber auch der Hase im Pfeffer, denn John Henrys limitierter Gesangsstil kann bei manchen Songs leider ein wenig nerven, so dass das Material einen Hauch zu eintönig wird und dieses heisere und raue "auf einem Ton-Gebölke" es schwierig macht, die Scheibe am Stück durchzuhören. Das kann aber aufgrund der spannenden Songstrukturen, die DARKEST HOUR aufbauen und dank der cleveren Gitarrenharmonien und spitzenmäßiger, atmosphärischer und melodischer Leads (z.B. 'Savor The Kill', ohnehin eine Granaten-Single!) gerade so vernachlässigt werden. Und genau das macht DARKEST HOUR aus. Das Gegensteuern von Härte und Brutalität, Melodie und Schönheit. Und noch mal nebenbei... das hier ist KEIN MetalCore! Definitiv nein! Album-VÖ: 05.03.2011