(Spinefarm)
Die Hate-Crew meldet sich zurück. Knapp drei Jahre sind seit dem letzten, eher enttäuschenden, Album „Blooddrunk“ ins Land gezogen. Stellt sich die Frage, ob CHILDREN OF BODOM sich die Kritiken, sich nur noch selbst zu kopieren, zu Herzen genommen haben, um mal wieder richtig punkten zu können.
Ich persönlich habe CHILDREN OF BODOM das erste Mal live im Vorprogramm von Death gesehen und war zu der Stunde Fan der Band. Die letzte Scheibe ließ dann aber das erste Mal Ernüchterung aufkommen. Die Keyboard-Sounds begannen zu nerven und die Songs hatten nicht mehr so das richtige Hitpotential wie auf den Vorgängern.
Eine Rezi für „Relentless, Reckless Forever“ gleich nach dem ersten Durchlauf hätte einiges an Punktabzug gegeben. Aber nach mehrmaligem Hören fangen die Songs an zu zünden. War die letzte Scheibe „Blooddrunk“ doch eher weichgespült mit Alexis Gesangsversuchen, drücken die Songs jetzt wieder im Bauch, alles klingt angepisster, was sich natürlich auch im Gesang widerspiegelt.
Die Songs sind wie gewohnt eine Mischung aus klassischem Heavy-, Death- sowie Thrash Metal, wobei die gesamte Platte doch eher im Thrash-Bereich anzusiedeln ist. Jeder CHILDREN OF BODOM-Supporter bekommt wieder sehr geile Riffs, coole Gitarrenduelle und markante Keyboardsounds in die Gehörgänge geblasen. Die musikalischen Fähigkeiten von Alexi Laiho und seinen restlichen Finnen gehören im Moment zu den Besten, die die Szene zu bieten hat.
Die Songs ‚Shovel Knockout’, ‚Ugly’ und ‚Pussyfoot Miss Suicide’, sowie der ziemlich coole Titelsong bleiben schon bei den ersten Durchgängen hängen, aber auch die restlichen Songs haben ihre Berechtigung auf Dauerrotation.
Alles in allem ist „Relentless, Reckless Forever“ eine kurze (knapp 36 min.) aber doch amtliche Scheibe, deutlich grooviger und aggressiver als der Vorgänger. Allerdings muss man ihr auch eine Change geben, etwas länger im CD-Schacht zu weilen, damit man sich auch später noch an die Songs erinnern kann.
Album-VÖ: 04.03.2011

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