(Midsummer / Cargo) „When the damage is done, the damage is welcome“ Mit „Thorns“ präsentieren uns die fünf Jungens um die Band DEAD FLESH FASHION ihr zweites Studioalbum innerhalb von 4 Jahren. Und wie der Bandname schon vermuten lässt, wird hier kein Synthie-Pop oder Modern Rock gespielt. Sondern noisiger Hardcore Doom Metal ziert das chaotische Programm, welches (wie auch schon der Vorgänger) in der Tonmeisterei zu Oldenburg eingespielt wurde. Wie ein stetig, dumpfer Hammerschlag auf den Kopf! Dem Hörer wird auf „Thorns“ eine sehr obskure und düstere Szenerie vor den Latz geknallt, welche vor allem durch die wild und stürmisch gespielten Instrumente, sowie heftige und raue Vocals aufgebaut ist. Dunkle und atmosphärisch dichte Lyrics reihen sich dazu und konstruieren ein tief erschütterndes Gesamtgefüge, welches einem teilweise fast den Boden unter den Füßen wegreißt und tief zu erschüttern vermag, wenn man sich nur konzentriert genug auf die Musik einlässt. Doch auch wenn es über die neun auf „Thorns“ enthaltenen Tracks mehr als ordentlich knallt, so richtig zünden tut das diesige DEAD FLESH FASHION-Material nicht. Zu abstrakt und doch zu gewöhnlich und unausgereift, zu austauschbar und gleich kommen die Stücke daher gefegt. Zu häufig wiederholen sich einige Textzeilen. Und mit gerade einmal 35:25 Minuten Gesamtspielzeit kommt die Platte für meinen Geschmack auch ein bisschen zu kurz daher. „I brought my war home“ Es bleibt zu notieren, dass „Thorns“ starke Passagen und Ansätze aufweist, welche hier und da noch ein wenig Komplexität und Feinschliff vertragen könnten. Zudem ist festzuhalten, dass die Platte dem Hörer mit seinen brachialen, unstrukturierten und verworrenen Soundwänden einiges abverlangt und ihn bestenfalls für die Dauer eines Durchlaufs fest umklammert. Man muss der Scheibe jedoch erst einmal die Chance dazu geben und das erfordert ein gewisses Maß an Konzentration. Denn die neun Stücke setzen einige Minuten (oder aber ganze Durchläufe) der Hingabe voraus. Bei der Wiedergabe im MP3-Player während des Schoppens, wird „Thorns“ einen wohl eher nicht erreichen... Album-VÖ: 11.03.2011