Wieder einmal MY CHEMICAL ROMANCE, wieder einmal mitten auf der Hamburger Reeperbahn. Wieder einmal bei miesem Elbstadt-Wetter. Nachdem ich die Band schon 2006 in der Großen Freiheit 36 gesehen hatte, fuhr ich mit hohen Erwartungen nach Hamburg, schließlich hält das damalige Konzert seitdem einen festen Platz in meiner Top3. Überhaupt setzte die Band auf Altbewährtes: Mit LostAlone hatte sie dieselbe Vorband, wie bei der Frühjahrstour 2007 dabei. Auch die drei Herren aus Derby konnten damals viele neue Fans gewinnen, ließen sich dann aber mit dem zweiten Album zu viel Zeit und verschwanden wieder von der (Tour-)Bildfläche. Aber genug der Vorgeschichte, auf zur Gegenwart. Wie es mittlerweile bei der Band üblich ist, fanden sich schon früh vor dem Konzert Fans (eindeutig überwiegend weibliche. Nun ja...) aus ganz Europa zusammen. Ich sprach mit Holländern, Polen, Dänen und einer Engländerin und war einmal mehr begeistert, welch internationalen Austausch Musik ermöglichen kann. LostAlone begannen ihr Set um 20 Uhr und spielten etwa 30 Minuten lang eine Mischung aus alten Singles und einigen neuen (vielversprechenden) Songs. Ich wundere mich immer wieder, dass die Band nicht erfolgreicher ist. Sicherlich sind LostAlone nicht Jedermanns Sache, aber sie liefern echt eine grundsolide Rockshow ohne Firlefanz ab und wissen, was sie tun. Selbiges kann natürlich auch von MY CHEMICAL ROMANCE behauptet werden, die 21.15 Uhr ihre Show mit 'Nanana' eröffneten. Danach hagelte es Kracher wie 'Hang’em High' und 'Give’em Hell, Kid', die Fans vom alten Schlag ein Lächeln ins Gesicht zauberten. Ebenso spielte die Bands einige Songs des aktuellen Albums „Danger Days“, sowie einige alte Singles. Als neue Livekracher entpuppten sich vor allem das schnelle 'Vampire Money' und 'Summertime'. Auf der Bühne, wie davor, herrschte 20 Songs lang eine explosive Stimmung. Ein frühes Zitat von Sänger Gerard: „We’re only two songs in and already having a blast.“ Das Besondere an diesem Konzert war eindeutig, dass die Band sich mehr auf die Musik als auf klischeehaftes Gehabe wie Lichteffekte oder ewig lange, weltverbessernde Zwischenreden konzentrierte. Trotzdem fehlte eine Verbindung von Band zu Fans nicht, was sich schon an der fast perfekten Setlist zeigte. Für viele war es nach Jahren des Wartens das erste Mal, dass der von der Band früher verschmähte Fanliebling 'Vampires Will Never Hurt You' vom Debüt-Album gespielt wurde. Der Song war eines der absoluten Highlights des Abends und hat Anteil daran, dass das Konzert nicht nur neuen sondern auch alten Fans noch lange im Gedächtnis bleiben wird.