(Swell Creek Records / Soulfood Music) Aufgrund von lediglich vier Alben in 18 Jahren Bandgeschichte ist die Band wohl nur Szenenkennern ein Begriff, die sich folglich schon 1993 zusammentat. Die Jugendfreunde aus L.A. gingen den Weg einer jeden Combo und coverten anfangs wie verrückt. Doch man merkte schnell, dass man zu Höherem berufen war. So wurden eigene Songs komponiert, sich der Arsch abgespielt und getourt bis zur körperlichen Erschöpfung. Die Früchte der Arbeit mündeten 1998 in das Debütalbum „My Animal“. Nach erneuten Tourneen sollten jedoch drei Jahre ins Land gehen, bevor die Musikwelt 2001 mit dem selbstbetitelten Zweitwerk beglückt wurde. Der Sprung auf den Major Wind-Up Records ließ die Band aber keineswegs auswimpen oder kommerziell werden. Dass die Band ihr Ding durchzog, wurde auch von Bands wie System Of A Down und Mr. Bungle erkannt, die die Jungs mit auf Tour nahmen. Nach größeren Erfolgen und der Möglichkeit, mit einem Song auf den offiziellen Sampler der WWF 2005 zu kommen, ging man dennoch wieder zurück auf ein Indie Label und brachte 2005 in Eigenregie „The Passage“ raus, welches leider in der breiten Alternative-Öffentlichkeit völlig unterging. Nicht wenige dachten, die Band hätte sich aufgelöst und zwei Besetzungswechsel zollen den vielen Jahren ohne wirklich großen Erfolg Tribut. Doch nun ist die Kapelle mit Neuzugängen am Bass (Bill Gower) und der Gitarre (Mike Bartak) zurück und bringt über Swell Creek Records endlich ein neues Lebenszeichen in die Plattenläden. Was sofort auffällt, ist der fette, transparente Sound, der schön knackig, aber ehrlich daherkommt. Doch eine gute Produktion macht noch kein gutes Album. Gitarrist Bartak mischt sich gewaltig ins Songwriting ein und sein abwechslungsreiches Spiel fällt ins Auge, bzw. ins Gehör. Die Songs haben allesamt einen unwiderstehlichen Drive und viele kleine Gimmicks, wie unterschiedlichste Gitarrensounds und Percussion-Einlagen, die das Gesamtbild auflockern und trotzdem schön treiben. Die Platte ist schön wuchtig und die Musik ist ein Crossover aus fettem Alternative, wie ihn Ami-Bands wie Red und Breaking Benjamin zelebrieren, aber gepaart mit der musikalischen Offenheit, wie sie Incubus zuletzt auf „S.C.I.E.N.C.E“ oder System Of A Down auf ihren Alben präsentierten. Dabei gelingt es BOYHITSCAR mit einer unglaublichen Leichtigkeit ihre allesamt guten letzten Outputs locker in den Schatten zu stellen. Die Band ist mit dermaßen viel Leidenschaft und Herzblut bei der Sache, dass man die Spielfreude aus jeder Note hört. Mit jeder Rotation brennt sich das Kleinod mehr und mehr im Hirn fest. Diese mitreißende Platte ist auf dem besten Weg eine der „Platten für die Insel“ des Rezensenten zu werden! Album-VÖ: 18.03.2011