(Gentle Art Of Music / Soulfood) Nicht oft wird es auf diese Weise gemacht – aber SIMEON SOUL CHARGER sind über den großen Teich gen Deutschland gekommen, um von hier aus ihre Karriere anzuschieben. Normalerweise ist es doch immer genau andersherum, und die Bands versuchen ihr Glück in den USA. Nun, die Konzerte scheinen ihnen Recht zu geben, denn sie werden mehr und mehr zum Tipp und die Läden füllen sich mit jedem Gig weiter. Mit "Meet Me In The Afterlife" präsentieren sie nun auch ihren ersten Full-Length-Longplayer. Ein Debüt, das sich gewaschen hat. Sie fahren ein äußerst umfangreiches Instrumentarium auf, als wären sie schon jahrelang dabei und müssten sich nun mal so richtig austoben. Aber es wirkt trotzdem keinesfalls überambitioniert oder größenwahnsinnig. Alles sitzt perfekt, bekommt an den richtigen Stellen seinen Einsatz. Eine Mischung aus Prog-Rock und Psychedelic-Sound, sowie verdammt griffige Melodien und feine Hooks rauschen über die gesamte Scheibe. Man erschafft sich seine ganz eigene Nische, was nicht immer einfach ist für neue Bands. Die einzelnen Songs zünden trotz ihrer umfangreichen Arrangements und gehen sofort ins Ohr. Nichtsdestotrotz besitzen sie alle die Kraft, sich dort auch länger festzusetzen und man erkennt immer wieder neue, kleine Feinheiten mit jedem neuen Hördurchlauf. So macht das Album von vorn bis hinten nicht nur Spaß, sondern birgt auch den Langzeitfaktor in sich. Mächtige Blues-Riffs, sowie Abstecher in leichte Ethno-Klänge aber auch noisige, leicht doomige und Stoner-Elemente werden eingebaut, was die ganze Scheibe noch abwechslungsreicher macht. Die Energie und Spielfreude, die SIMEON SOUL CHARGER auf ihrem Debüt freisetzen, ist unglaublich und verdammt zeitlos. Kreativität und Eigenständigkeit werden hier doppelt groß geschrieben. Anspieltipp: 'The Swallowing Mouth' Album-VÖ: 04.03.2011