Ist doch mal wieder eine nette Abwechslung für einen Sonntagabend. Anstatt einen auf Couch-Potatoe zu machen, lieber ein bißchen abhüpfen zu einer ordentlichen Portion Nu Metal. ILL NINO sind in der Stadt des Löwen zu Gast. Nach ihrer großartigen letzten Scheibe sind die Mannen aus New Jersey nun in der Pflicht, live die Bestätigung des jüngsten Chart-Erfolges zu bestätigen. Zuerst aber entern MINDEAD die Bretter der Meier Music Hall. Leider müssen wir an dieser Stelle zugeben, der Band nicht genügend Aufmerksamkeit schenken zu können, da wir uns zu diesem Zeitpunkt mit Cristian Machado, Frontmann von ILL NINO, auf den Weg zum Interview (an anderer Stelle in Kürze mehr dazu) in den Tourbus aufmachen. Wie uns aber später zu Ohren kommt, lieferten die Jungs aus Stuttgart eine solide Leistung ab. Pünklich zu BREED 77 sind wir dann aber wieder am Start und feiern mit den Jungs aus Gibraltar, allerdings wohnhaft in London, eine steile Groove Party. Der Fünfer ist eigentlich ein Paradebeispiel dafür, dass Nu Metal nicht immer nur grooven muß, sondern sich hier und da auch mal eine gute Portion spielerischer Fähigkeiten verbirgt, die dann ins Publikum gefeuert wird. Der Hauptteil besteht aber glücklicherweise aus geilem Rhythmus und man will einfach nur hüpfen. Toll. Worauf das Publikum an diesem Abend aus ist, wird einem schnell klar. Auch wenn die neue Scheibe von DEADLOCK steil durch die Decke gegangen ist, haben die Jungs und das Mädel an diesem Abend wenig zu punkten und wirken mit ihrer Darbietung eher deplatziert. Auch wenn sich fairerweise eine stattliche Anzahl an Leuten vor der Bühne befindet (inkl. uns! - Zosse), so richtig fruchten will ihr Melodic Death Metal an diesem Abend leider nicht und so wird das Set dann auch recht unspektakulär runtergespielt und tschüss gesagt. Ja, ist der Nu Metal nun tot oder nicht? ILL NINO machen seit Jahren eigentlich immer dieselbe Art von Musik. Wo bei mir persönlich die Scheibe "Enigma" nicht so gut ankam, so ist "Dead New World" ein echter Knaller geworden. Viele tolle Songs, ein super Sound und das typische ILL NINO-Feeling durch die Latino-Einflüsse kommen nicht zu kurz. Aber nun genug der Huldigungen. Was bringen ILL NINO anno 2011 nach so vielen Jahren noch auf die Bretter? Die Antwort ist fast schon zu einfach: Spaß. Von Minute eins ihres Sets an geben die Mannen um Fronter Cristian Vollgas. Auch wenn im Gesang nicht immer jeder Ton sitzt, so zündet doch jeder, der an diesem Abend gespielten Hits. Egal ob Old oder New School Fan, alle kommen hier auf ihre Kosten. 'God Save Us', 'Liar', 'How Can I Live' oder neues Material wie 'Bleed Like You' werden abgefeiert und auch ich gehe meinen Mitstreitern schon dezent auf die Klöten, weil ich sie ständig anspringe oder als Percussion Unterlage missbrauche (Oder...?! Aber das lassen wir mal lieber weg! 😉 - Zosse). Nach leider viel zu kurzer Spielzeit von ca. einer Stunde ist der Spaß aber auch schon wieder vorbei und mit einem schicken Nostalgiegefühl machen wir uns auf den Heimweg. (Alle Fotos copyright by Pierre Heinemann und Gestromt.de)