(Victory Records) Wenn „Firefight“ durch die Boxen pfeift, würde man im Traum nicht daran denken, dass BLACKGUARD bei Victory Records unter Vertrag sind. Denn bei eben genanntem Label sind die Vertreter doch größtenteils aus der Metal-, Death- und Hardcore-Szene. Die Kanadier zelebrieren jedoch, labeltechnisch eigentlich völlig unpassend, Klänge, die sonst typischerweise aus nordeuropäischen Gefilden stammen. Eine bunte Mixtur aus Death-, Melodic Death-, Power-, Symphonic- und Pagan-Metal. Urig und heroisch – und so geht auch gleich mit dem Intro 'Tephra' los, welches übrigens durchaus zur Filmmusik von martialischen Kreationen à la 300 passen würde. Der erste „richtige“ Song 'Firefight' nimmt dann anschließend ohne großes Vorspiel Fahrt auf. Die Doublebass als hörbar essentieller Teil ist fast durchgehend unterwegs und die Gitarren geben ihr Bestes, der Bassdrum hinterher zu eilen. Davon lebt die Strophe – schnell und direkt nach vorne ist das Motto. Zwischen drin gibt’s noch eine hübsche Hookline, damit auch melodisch zumindest etwas im Hörgang bleibt. Schnell noch ein Gitarrensolo eingebaut und fertig ist der Lack. So oder zumindest ähnlich ist der Großteil auf „Firefight“ konstruiert. Abwechslung ist hauptsächlich bei den Keyboardsounds zu vernehmen, die sehr dominant daherkommen. Zur Halbzeit bringen BLACKGUARD mit 'Iblis' eine Art baladesken Sirenengesang, der nochmals die Pagan/ Battle-Seite hervorhebt. An und für sich sind die Songs eine Compilation von allen möglichen Sachen eben aus dem vorhin schon erwähnten nordeuropäischen Raum. Aufgrund der herausstechenden Keys ist die Erinnerung an Children Of Bodom nicht überraschend, dennoch ist der Pagan-Einfluss noch ein Stückchen stärker. Der Silberling ist auf jeden Fall stark produziert und hat richtig Druck. Auch die Gitarrensoli zeugen davon, dass die Herren ihr Handwerk verstehen, wobei jene mehr durch die Geschwindigkeit, als durch die Harmonien überzeugen. Die Vocals von Paul „Ablaze“ Zinay könnten jedoch eine Erklärung sein, warum BLACKGUARD von Victory gesignt wurden. Jene passen nämlich perfekt zu Metal- und Hardcore, leider aber nicht zu den Titeln auf „Firefight“. Trotz eigentlich weniger Kritikpunkte ist die Platte nur Mittelmaß. Es fehlt jedoch die konstante Eingängigkeit, die für Pagan- / Folk Metal unentbehrlich ist. Album-VÖ: 01.04.2011