(Arctic Rodeo / Alive) Kanada, … unendlich weite Wälder, … für viele die Traumlandschaft schlechthin … und immer wieder Brutstätte für gute Musik. Zu genau diesen unendlichen Weiten passt auch das Debüt von Jonathan Anderson, Chef von JONATHAN INC. Das INC. im Bandnamen deutet auch schon an, dass es sich hierbei um eine Art Projekt handeln könnte – und dem ist auch irgendwie so. Die Songs stammen fast ausschließlich aus der Feder von J. Anderson. "Lost:Time" wurde außerdem auch von ihm selbst gemixt und produziert, nur gemastert wurde von Noah Mintz (bekannt durch seine Arbeit mit Broken Social Scene, The National oder auch Feist).  Dennoch möchte Anderson selbst das Ganze als Band beschreiben. Indie-Rock-Pop mit sehr atmosphärisch aufeinander geschichteten Sound-Landschaften, sowie Folk-Elemente, viele Synthie-Parts und Ambient-Anleihen ergeben "Lost:Time". Wer sich darauf einlässt wird das Album lieben, manch anderem könnte es auf gesamter Albumlänge zu langatmig werden. Doch "Lost:Time" hält viele kleine und sehr feine Elemente bereit, die es auch nach mehreren Hördurchläufen immer wieder zu entdecken gibt und das Album so interessant machen. Eine fast schon orchestrale Palette an elektronischen und akustischen Instrumenten, die teilweise bis zu ihrer Unkenntlichkeit verfremdet wurden. Von dröhnenden, brummenden Synthies zu filigranen, verwobenen Banjo-Kontrapunkten hin zu Posaunen-Wänden durchzogen mit warmem Lapsteel-Einlagen und wabernden analogen Keyboards. Dezente Percussions, Gesang, der sich im Hall verliert, minimalistische Gitarrenklänge. Alles in perfektem akustischen Einklang. All das macht dieses Gesamtkunstwerk aus. Passend zu einer Fahrt durch die unendlichen kanadischen Waldlandschaften. Da dies natürlich nicht immer machbar ist, kann man sich dies beim Hören von "Lost:Time" aber verdammt gut vorstellen. "Lost:Time" kann ein traumhaft schönes Album sein, getragen von einer wunderbaren atmosphärischen Dichte und tiefgründiger Emotionalität aber man muss sich darauf einlassen. Dann ist es mehr als überzeugend. Album-VÖ: 01.04.2011