(RCA) The FOOS are back! Jawollja, mit elf Burner-Tracks. Spekuliert wurde im Vorfeld ja schon zu Genüge. Wohin mag die Reise der Recken um Dave Grohl wohl gehen? Weiter in Richtung Tom Petty (wie beim Song 'Wheels' auf der Best Of Scheibe), gar in Richtung ausufernder Classic-Prog-Rock-Momente wie mit Them Crooked Vultures, oder wird es ein neues „Nevermind“-Album? Man war sich nicht sicher … Wird man älter und noch ruhiger, oder besinnt man sich nun endlich, wie so oft schon angedroht der jungen, ruppigeren Tage? Dann tauchte irgendwann vor Wochen das Video zu 'White Limo' auf. Dreckiger Sound, hart und einfach mal so hingerotzt in einem äußerst auf low produzierten 80'ies-Style Video. „Der Hammer“ fanden viele. Und das stimmte. Auch wenn die letzten Alben nie qualitativ schlecht oder keine FOO FIGHTERS-Alben waren. Aber der Esprit, die knallige Lockerheit fehlte irgendwie. Nun liegt "Wasting Light" endlich vor. Die komplette neue Scheibe. Diverse Infos hierzu konnte man ja dann auch ohne Ende schon vorab aufsaugen. Namen wie Pat Smear, Krist Novoselic, Butch Vig, Lemmy und Bob Mould fielen. Sounds hochkarätig. Nun gut: Lemmy taucht nur im Video zu 'White Limo' auf – perfekt! Butch Vig nahm die ganze Scheibe auf – perfekt, wie damals zu „Nevermind“-Zeiten.  Pat Smear ist zurück im Team – auch perfekt. Krist Novoselic und Bob Mould sind Gastmusiker auf jeweils einem Track – ebenfalls perfekt und stimmig obendrein. Die Aufnahmen verliefen in Dave Grohls zum Studio umfunktionierter Garage. Komplett ohne irgendwelche Rechner, „no pro-tools“ – analog, eben old school. Ebenso zu erwähnen gilt die Tatsache, dass auf "Wasting Light" keine Akustik-Gitarre zu hören ist. Mit Pat Smear kam dann auch wieder eine gewisse Härte und Roughness zurück. Somit waren schon drei Grundsteine gelegt: keine Experimente, stattdessen drauflosrocken, Butch Vig an den Reglern ohne digitalen Schnick-Schnack, kein überdimensionales Studio. Rein, rocken, raus. So klingt "Wasting Light" dann auch im Großen und Ganzen. Schnörkellose Drei-Vier-Minuten (Hit-)Rocknummern. Was will man mehr, die FOO FIGHTERS sind zurück, zurück mit neuem Album und zurück zu ihren Stärken aus den Anfangstagen. Die erste Single 'Rope' knallt ja auch ordentlich aus den Boxen und ist ein Hit vor dem Herrn. Das Gleiche gilt für die restlichen zehn Songs des Albums. Schnörkellos in die Saiten greifen ohne großes Drumherum-Geplänkel oder orchestrales BrimBamBorium. Ein Album mit verdammt tollen Songs und bei einem sogar eine drei-viertel-Nirvana-„Nevermind“-Reunion. Die Rede ist von 'I Should Have Known' mit Krist am Bass und Butch Vig hinter den Reglern, wie zu „Nevermind“-Zeiten – muss man einfach erwähnen und hier hervorheben, auch wenn alle anderen Stücke (fast) gleichwertig sind. Oder wie erwähnt Bob Mould (Hüsker Dü-Held!), der seine Stimme in 'Dear Rosemary' zum Besten gibt. „Wasting Light“ ist vom ersten bis zum letzten Ton eine rundum-glücklich und verdammt stimmige FOO FIGHTERS-Scheibe geworden. Dave Grohl, Taylor Hawkins, Nate Mendel, Chris Shiflett und Pat Smear sind aber erstmal zurück und alle guten Dinge sind eben doch Fünf. Ein klitzekleiner Wehrmutstropfen: vielleicht hätte noch ein weiterer 'White Limo'-Kracher die Sache noch fetter gemacht – aber auch so zählt diese Scheibe zu den Top Ten-Veröffentlichungen in 2011 und die Scheibe der Woche ist sie sowieso! Album-VÖ: 08.04.2011