(Epitaph) Wenn man THURSDAY's Reise während der Aufnahmen ihres sechsten Albums, soweit es einem Fan möglich ist, verfolgt hat, ist einem klar, dass "No Devolución" kein Nachfolger in typischer THURSDAY-Manier sein dürfte. Von Pop-Annäherungen, Electro-Samples und vielen anderen Veränderungen war die Rede. Fakt ist, dass "No Devolución" bei den ersten Hördurchgängen songweise wirklich etwas bandfremd klingt, was zunächst unweigerlich ein leichtes Gefühl der Enttäuschung hervorruft. Vergegenwärtigt man sich aber THURSDAY's Diskographie, wird deutlich, dass der Stil der Band schon bei den letzten Alben einen Schritt in Richtung weicherer Melodien und atmosphärischerer Sounds machte. "No Devolución" ist also doch eine natürliche Fortsetzung? Das kann man gelten lassen. THURSDAY's Nummer Sechs ist ein schwieriges Album. Beim Hören ist man hin- und hergerissen, die Musik gereifter und ruhiger, oder einfach nur langsamer, vielleicht sogar etwas zäh zu finden. Dem so vielversprechenden Opener 'Fast To The End' folgt, von merkwürdiger Elektronik durchzogen, der Song 'No Answers',  der einfach nicht in Gang kommen will. Danach gibt es ein Auf und Ab aus (Fast-)Balladen wie 'A Darker Forest' und Old-School-THURSDAY-Krachern (z.B. 'Past And Future Ruins'). Das ist alles in Ordnung, aber auch nicht mehr. Mit dem starken 'Millimeter' gewinnt die Band dann endlich wieder die ungeteilte Aufmerksamkeit und dieses Mal hält die Überzeugung, dass man mit "No Devolución" doch ein ordentliches Album im Player hat auch ein wenig länger an: Der vorletzte Song 'Turnpike Divides' haut noch mal richtig rein und auch die letzte Nummer 'Stay True' erledigt ihren Job, indem sie auf fast acht Minuten das Album ausklingen lässt. Fazit: Das Album wächst mit mehrmaligem Hören, bleibt aber problematisch, wenn man sich im Herzen (wie ich wohl auch) eher ein unverfälschtes, härteres Album mit Ecken und Kanten gewünscht hat. "No Devolución" ist keineswegs schlecht, es setzt allerdings eben mehr auf Atmosphäre und gefällt wohl sehr stimmungsabhängig.  Deftones-Fans könnten hier inzwischen auch auf ihre Kosten kommen, da die Jungs aus New Jersey mittlerweile manchmal wie eine etwas zahmere Version der Herren aus Kalifornien klingen. Weil es musikalisch einwandfrei ist, gibt es von mir trotz leichter Unentschlossenheit immerhin 4,5 Blitze. Album-VÖ: 08.04.2011