(Wind Up Records) Es ist schon irgendwie witzig mit anzusehen, wie die Künstler scharenweise von Tony Brummel´s Label Victory Records, aufgrund verschiedenster Diskrepanzen oder gar vor Gericht ausgetragener Streitereien, flüchten. Dass dieser Labelwechsel jedoch nicht auch immer unbedingt gut für den Sound einer Band oder deren neuestes Album ist, haben bereits Hawthorne Heights bewiesen, welche Ende des letzten Jahres mit ihrem neuesten Album „Skeletons“ ebenfalls zu Wind Up Records wechselten. Und auch BAYSIDE scheinen mit ihrer neuesten Veröffentlichung (ob nun durch den Labelwechsel verursacht, mag ich nicht beurteilen) nur noch glattgebügelter und fein recht schön auf den Mainstream und hohe Verkaufszahlen poliert, zurückzukehren. Doch hey, kann man einen Künstler dafür verurteilen, von seiner Kunst leben zu wollen? Nur wenn er sich und seine Werte dabei selbst verkauft! Und das tun BAYSIDE mit „Killing Time“ meiner Meinung nach nicht. Sondern sie bleiben ihrer, mit „Shudder“ bereits vorgezeichneten, Linie treu. Diese wird halt nur nochmal ein wenig auf Geradlinigkeit korrigiert und geglättet... Bassist Nick Ghanbarian hat zuletzt in einem Interview auf die Frage - „Wenn Musik sichtbar wäre, wie sähe dann euer neues Album aus?“ - folgendermaßen geantwortet: „Wie King Kong. Ein aggressives Tier mit einem weichen Kern.“. Diese Antwort möchte ich gerne, um keine falschen Erwartungen aufkommen zu lassen, zu Teilen revidieren. Denn mit Aggressivität oder gar Punkrock hat „Killing Time“ absolut gar nichts mehr zu tun. Vielmehr wird gänzlich auf bewegende und rührende, wunderschöne und ruhige Hymnen gesetzt. Und dieses Konzept geht, auch dank dem soliden Songwriting mit entsprechenden Texten, ziemlich gut auf. Die Zeit lässt sich mit der neuesten BAYSIDE Platte in jedem Fall gekonnt totschlagen! Anspieltipps: ,Mona Lisa’ , ,On Love, On Life’ und ,Killing Time’ Album-VÖ: 15.04.2011