(Victory Records) Der Imagewandel geht in die nächste Runde! Denn von dem einstigen Emo-Sound hat die Version AIDEN 2.0 (welche sich bereits 2009 mit „Knives“ angeschickt hat), leider, nichts mehr zu tun. Vielmehr klingt die Band nun beinahe vollendet so, als hätten Bad Religion-Frontmann Greg Graffin und Musiker Wednesday 13 ein uneheliches Kind adoptiert, welches eine ganz eigene Vorstellung von Post-Hardcore hat. „We live, we die in a world worth saying goodbye!“ Sehr ausgereift und erfahren kommt „Disguises“ daher und zudem, unter anderem auch durch eine Cover-Version von Alkaline Trio (,Radio’) oder einem Einspieler einer Ansprache von Religions-Verweigerer Christopher Hitchens, auch schön abwechslungsreich und keinerzeit monoton. Auch sehr erfreulich ist, dass es an Hooklines nicht mangelt und gekonnt catchy Refrains dargeboten werden. Die eigenständigen Lied-Intros und Outros sind vielleicht nicht jedermanns Fall, tun dem Gesamteindruck des Werks und der Klasse, welche mit diesem einhergeht, jedoch keinen Abbruch an. Ein wenig Wehmut keimt in mir auf, da sich AIDEN mit „Disguises“ scheinbar gänzlich von einstig wahrnehmbaren EmoCore-Gefilden verabschieden. Nichts desto trotz ist auch der „neue“ AIDEN-Sound verdammt gut und für viele womöglich qualitativ besser. Ich hätte ihn mir irgendwie nur von einer anderen Band gewünscht... Fazit: Wer mit AIDEN schon immer etwas anfangen konnte und dem Vorgängeralbum "Knives" nicht abgeneigt war, wird auch mit "Disguises" was anfangen können und seine Freude haben. Wer AIDEN jedoch bisher als klischeehaften Schul - und Emo-Rock abgestempelt hat, sollte wenigstens einmal ein Ohr auf die neueste Scheibe, oder zumindest die unten angegebenen Anspieltipps werfen! Anspieltipps: ,Hysteria’ , ,Malevolent Conversion’ und ,ReEvolver’ Album-VÖ: 01.04.2011