Einen so schönen warmen Frühlingsabend in einem Club verbringen? Na da muss sich die ganze Chose aber auch gewaltig lohnen. Im Knust zu Hamburg sollen heute Abend UNDEROATH nach längerer Deutschland-Abstinenz endlich mal wieder die Sau raus lassen und das Publikum mit ihrer Energie-Show das Mark aus den Knochen jagen. Vor sehr gut gefüllten Reihen legen die Vorreiter von DEVIL SOLD HIS SOUL mit ihrem Support pünktlich los. Der Sechser aus Großbritannien wirkt allerdings zu Beginn seines Sets eher etwas schüchtern. Sänger Ed Gibbs wirkt zwar stimmlich sehr präsent, allerdings ist live ja bekanntlich eine gewisse Offenheit von Nöten, um die Massen mit zu reissen. Auch die beiden Gitarristen Jonny Renshaw und Richard Chapple wirken eher wie konzentrierte Studiomusiker, als live performende Stagegötter. Technisch aber sind die Jungs über jeden Zweifel erhaben, auch wenn es an diesem Abend für die Jungs nur zum Höflichkeitsapplaus reicht. Gibst du Energie, so bekommst du auch welche zurück. Welches Phänomen sich nun nach kurzer Umbaupause ereignen wird, haben wohl nur Kenner der Jungs aus Tampa, Florida erwartet. UNDEROATH legen los und der Mob kocht. Gespannt konnte man sein, welche Lücke im Live-Bereich der Ausstieg von Aaron Gillespie hinterlassen würde. Auf der aktuellen Scheibe des Sechsers hat man ihn ja nicht unbedingt vermisst. Wo wir gerade beim Sechser sind, da fehlt doch einer. Richtig, Keyboarder und Schwergewicht Christopher Dudley. Wie Frontsau Spencer Chamberlain, dessen Dread-Matte schon fast bis zum Arsch geht, berichtet, ist Dudley Papa geworden und lässt alle Fans schön grüssen. Glückwunsch auch von gestromt.de an dieser Stelle. Aber auch ohne ihn wirkt der Auftritt von UNDEROATH energisch wie eh und je. Der geile Sound rundet das Ganze perfekt ab. Alle Klassiker sind an diesem Abend vertreten und werden gen Publikum geschmettert. 'Reinventing Your Exit' , 'Writing On The Walls' oder 'In Regards To Myself' dürfen da ebenso wenig fehlen, wie neuer Stuff a la 'In Division' oder 'Illuminator'. Lustiger Teil des Abends ist dann die Frage Chamberlains an das Publikum, wer denn die neue Scheibe hätte, die vor zwei Wochen erschienen ist. Hä, haben wir was verpasst? Naja eine unbeantwortete Anekdote, nicht weiter schlimm. Ein sehr geiler Abend geht viel zu schnell zu Ende, lässt aber einen grossen Haufen glücklich, verschwitzter Menschen in den späten Abend entfleuchen.