(Red Bull Records / EMI) Seit dem 11.09.2009 ließen uns die Glasgower von TWIN ATLANTIC darben! Warten, hoffen und mit ihrem „Vivarium“ in der Superduper-Dauerrotation auf neues Material ausharren. Nun lassen sie uns endlich „Free“ und gleichnamiges von der Leine! Das Label des Albums sollte es schon vermuten lassen, denn TWIN ATLANTIC verleihen dem Hörer mit ihrer Musik Flügel. Kollege Hiko schrieb in der Rezension zu dem Vorgänger „Vivarium“ folgendes über Sänger und Musik: „Diese klingt wie eine Mischung aus Ben Kowalewicz von Billy Talent und Eddie Vedder. Die Musik liegt irgendwo im Post-Rock mit leichten Punk/Hardcore-Einschlägen“. Das Info zieht diesen Satz aus dem Hut: „Twin Atlantic erinnern in ihren stärksten Momenten an Bands wie Biffy Clyro, Live, Foo Fighters und Billy Talent!“ Schade, dass TWIN ATLANTIC nicht schon vor diesen (natürlich innovativen Kapellen) in Amt und Würden waren, denn sonst würden alle zitierten Acts mit TWIN ATLANTIC verglichen werden. Bei manchen Bands weiß man sofort, dass gerade etwas Besonderes passiert, wenn man sie hört. Bei TWIN ATLANTIC’s „Free“ ist das bei mir natürlich die Freude über das Wiederhören, aber das Gefühl, als ich „Vivarium“ zum ersten Mal vernahm, glich einem „Heureka“! ‚Edit Me’ beschert mir sofort eine wohlige Gänsehaut, als die Gitarren loslegen und der unnachahmliche Gesang von Sänger Sam Mc Trusty einsetzt. Mit diesem Akzent und der Stimmfarbe aus oben erwähnten Combos würde ich ihm definitiv vertrauen, auch wenn er nicht gerade „Mc Trusty“ hieße. Beim ersten Hördurchlauf von „Free“ war ich erst ein wenig verhalten, weil der knarzige und lausbübische Einschlag des Vorgängers ein wenig aus dem Sound-Kosmos entfleucht schien, aber wenn man einen Superproduzenten wie Gil Norton (u.a. Pixies, Foo Fighters, Jimmy Eat World, Maxïmo Park) an die Regler setzt, dann bekommt man halt ein etwas erwachseneres Sound-Korsett geschneidert. Das soll jetzt nicht negativ oder gar aufgrund Nortons Vita undankbar klingen, denn der Sound ist wirklich sehr gut. „Free“ hat aber zwei bis drei Durchläufe gebraucht, bis der „Vivarium“-Spirit „verdrängt“ war, bzw. bis sich die Trademarks von TWIN ATLANTIC aus „Free“ herausgeschält hatten. TWIN ATLANTIC’s Mit-Aushängeschild neben dem Gesang sind zweifelsfrei die Gitarren. Großflächig, pompös, wabernd, arschtretend, einschmeichelnd, krachend, qualmend, die Scheiße derbe rockend, die Sechssaiter wurden in den letzten Jahren bei keiner Combo so adäquat und großartig eingesetzt wie bei diesen Jungs! So muss Rock 2011 klingen, so und nicht anderes. Ohne irgendwelche Zusätze, Schubladen, Szenen, ohne Gelaber, ohne Klischees, lediglich mit dem TWIN ATLANTIC-Tritt in den Allerwertesten, der unglaublichen Leidenschaft, die aus jedem Stück strömt und mit den technischen Akzenten und Raffinessen, die hier und da gesetzt werden. Neben allem krachenden Rock kommt natürlich auch die gefühlvolle Seite nicht zu kurz, dafür sorgen Stücke wie ‚Crash Land’, ‚Wonder Sleeps Here’ oder ‚Serious Underground Dance Vibes’ (der allerdings ein Instrumental ist, welches als fast vierminütiges Interlude fungiert. TWIN ATLANTIC müssen groß werden! Überlebensgroß, denn nichts anderes haben sie verdient. Wenn diese Musik nicht berührt und einem Flügel verleiht, welche dann?! Und jetzt hört gefälligst im Netz vor und flattert dann zum lokalen CD-Dealer, um diese Jungs zu unterstützen! „Free“ ist nach gefühlt zehn Durchläufen der Anwärter auf das Album des Jahres, TWIN ATLANTIC auf die Band des Jahres und „was weiß ich nicht noch“ des Jahres! GÄÄÄÄÄÄNSEHAUT!!!!! Volle Punktzahl mit ’nem Sahnekringel on Top! Im Mai geht’s übrigens auf Tour und Gestromt.de präsentiert die Gigs u.a. mit: 17.05. Köln - Blue Shell 18.05. Hamburg - Molotow 21.05. Stuttgrat - Zwölfzehn 22.05. Berlin - Comet Club 23.05. München - 59 to 1 Album-VÖ: 29.04.2011