(Cooking Vinyl) Stadt und Farbe, Dallas und Grün. Und "Little Hell" das neue Werk des noch einigermassen jungen Herrn aus Kanada und nicht Texas. Alle guten Dinge sind drei. Die kleine Hölle ist nun auch Album Nummer Drei. Klingt vom Titel her zuerst mal niedlich und irgendwie auch ein wenig böse zugleich. Läßt seine Hauptarbeitsstelle etwa grüßen? Läßt Herr Green nun die Hardcore-Screamo-Sau auch auf seiner dritten Solo-Scheibe raus? Mitnichten. Und das ist gut so. Ganz im Gegenteil, hier und da wird sogar ganz tief in die Pop-Kiste gegriffen. Und ist das nun schlimm? Von Nachteil? Nein, ganz im Gegenteil. Es klingt weder kitschig, noch beliebig. Es macht die neue Scheibe sogar abwechslungsreicher denn je. Singer-Songwriter meets Pop. Es kursierten ja im Vorfeld bereits die ersten beiden Songs namens 'Fragile Bird' und 'Northern Wind' im Netz. Zwei Songs, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der eine wie gewohnt im akustischen Korsett, der andere mit elektrischer Untermalung und nun ja, verdammt poppig. Genau so ist nun auch das elf Songs umfassende "Little Hell" geworden. Mit dem dritten Longplayer präsentiert uns Dallas Green eine weitere Facette seiner Songwriter-Qualitäten. Teilweise haben einige Songs sogar einen gewissen Band-Vibe, da die Instrumentierung nicht nur auf dem Stimme plus Akustik-Gitarren-Prinzip beruht, besonders wenn es hinaus aus dem Unplugged-Korsett geht. Aufgenommen wurde "Little Hell" diesmal auch komplett analog auf Bandmaschine unter der Regie von Alex Newport (Produzent / Engineer & Mixer, u.a. auch für At The Drive-In, The Mars Volta und Death Cab For Cutie). Death Cab For Cutie schimmern hier und dort auch mal leicht durch und genau dieser Aspekt macht die Scheibe interessant und abwechslungsreich. Von sehr intim anmutenden akustischen Tracks, hin zu offenherzigen poppigen Tönen hat Herr Green mal wieder ein einzigartig-wundervolles Album gezaubert. Green's Stimme ist einfach ein Unikum, sowohl im Kontext seiner Hauptband Alexisonfire, als auch - und das noch viel mehr – in seinem CITY AND COLOUR Solo-Kontext. Das einzigartige Markenzeichen, was so vielen Künstlern einfach nur fehlt – Stimmgewalt, trifft hier mehr als nur offensichtlich hör- und spürbar zu. Somit veredelt sein Organ auch diese dritte Solo-Scheibe auf ganz stimmungsvolle, wunderbare Art und Weise. Perfekt für jede Jahreszeit und nahezu jede Stimmung - "Little Hell" vermag sowohl Tränen in die Augen treiben, als auch eine große Portion an Hoffnung und positive Energie verströmen. Ein weiteres Herzblut-und Emotions-Highlight in seiner Solo-Phase aber auch im kompletten Singer-Songwriter-Aquarium dieses Universums. Album-VÖ: 10.06.2011