Die FOO FIGHTERS sind eine dieser Bands, die immer für ein Konzert gut sind. Man kann davon ausgehen, nicht enttäuscht zu werden. Dafür sind sie zu erfahren, zu gut und zu lustig. "FOO FIGHTERS live" bedeutet immer mehr, als nur ihren typischen, positiven Gute-Laune-Sound mit Message, nein live sind die Songs geradezu hart und strotzen nur so vor Power. Wenn man dazu nun noch das hervorragende neue (und wilde!) Album „Wasting Light“ präsentiert, kann der Abend nur ein Erfolg werden. Nach quälend langen Verzögerungen durch die lächerliche Kontrolle, die in der Wuhlheide anscheinend notwendig ist (Flaschendeckel sind offenbar gefährlicher als die Flaschen selbst), füllte sich der Innenraum dann doch recht schnell. Von der Bühnenmitte ging ein langer Steg ins Publikum, was bei so großen Konzerten immer von Vorteil ist und zu Spontangrinsen beim Gedanken an den darüber laufenden Dave Grohl führte. Über die Vorband Band Of Horses gibt es nicht viel zu sagen. „Der Sänger ist gut und die wissen schon, was sie tun, aber Stimmung kommt da nicht auf“. So ähnlich lautet die Einschätzung meines Stehplatznachbarn und damit trifft er den Nagel leider auf den Kopf. Mit ihrer sphärischen  Indie-Musik können sie bei so einem Event nicht wirklich begeistern. Etwa um 21 Uhr legen dann die FOOS mit ‚Bridge‘ und ‚Rope‘ vom neuen Album los, bevor sie ankündigen, einfach durchzuspielen und ohne viel Gerede Musik zu machen. Das ist doch mal was! Es geht weiter mit einer Reise durch die 16-jährige Bandvergangenheit, wobei vor allem Hitsingles wie ‚Learn To Fly‘ oder ‚Monkey Wrench‘ gespielt werden. Es gibt zunächst keine Überraschungen, aber das stört niemanden. Dave stellt die Band vor, läuft ab und zu über den Steg in die Menge hinein, Drummer Taylor Hawkins singt ‚Cold Day In The Sun‘, es gibt noch einige neue Songs. Hierbei muss der potentielle neue Konzerthit, die aktuelle Single ‚Walk‘ hervorgehoben werden. Wenn 17.000 Leute „Forever, whenever, I never wanna die“ mitbrüllen, ist es eher beeindruckend als vielleicht rührselig. Nach einem kleinen Akustikabschnitt mit ‚Wheels‘ und ‚Times Like These‘ erzählt uns Dave eine kleine Geschichte: Ein guter Kumpel hat ihm in den frühen Morgenstunden geschrieben und gefragt, ob er und seine Lady zur Show in Berlin kommen könnten. Wer nun die üblichen Berliner Verdächtigen erwartet, wird glücklicherweise enttäuscht! „Begrüßt meinen Freund Lemmy!“ Sogleich startet ein Sprechchor, bevor die Band und der Motörhead-Sänger ‚Shake Your Blood‘ (von Probot, Daves Metalprojekt) anstimmen. Der Herr ist ausgesprochen schlecht bis gar nicht zu verstehen, aber dem Publikum ist es egal, der Song rockt! Danach gibt es die vermeintliche Zugabe: 'All My Life' (was wohl bei allen Besuchern für die heutigen Nackenschmerzen verantwortlich sein dürfte), ‚Best Of You’ und ‚Skin And Bones’. Zuletzt und nach offiziellem Ende um 23 Uhr gibt es noch mein persönliches und absolutes Highlight. Die FOO FIGHTERS geben uns die Albumversion von ‚Everlong‘, ihrem wahrscheinlich beliebtesten Song. Natürlich spielen sie den bei jedem Konzert, aber jeder Musikfan wird den Moment kennen, wenn man seinen Lieblingssong aller Zeiten zum ersten Mal in Perfektion live erleben darf. Der ist unglaublich.