(Atlantic / Warner) Endlich ist es raus. Das neue Album von DEATH CAB FOR CUTIE. Lang hat es gedauert, die Vorfreude war riesig. Die Erwartungshaltung ebenso. Und man kann sagen, dass sich das Warten gelohnt hat und die Erwartungen erfüllt wurden – natürlich im positiven Sinne. Bereits der Vorbote 'You're A Tourist' ließ Spekulationen, Diskussionen und Kritiken in diversen Foren aufkeimen. Ist "Codes And Keys" nun wirklich ein rein elektronisches Plukker-Album geworden? Wurden Gitarren ganz weggelassen? Ist die Melancholie gewichen? Ja, die Jungs haben sich entwickelt, ob weg, hin zu, oder was auch immer, sie haben sich auf jeden Fall weiterentwickelt. Sie haben es weiterhin geschafft zu überraschen. Sie werden einige enttäuschen, vielleicht auch ein paar alte Fans verlieren, doch auch neue hinzugewinnen. Soviel steht jedenfalls fast. DEATH CAB FOR CUTIE haben sich mit "Codes And Keys" auf alle Fälle nicht wiederholt. Dieser Kern macht gute Musik aus. "Codes And Keys" hat elektronische Momente, sogar sehr viele. Doch es sind immer noch die erkennbaren DEATH CAB FOR CUTIE-Merkmale erkennbar und "Codes And Keys" ist ein fantastisches DEATH CAB FOR CUTIE-Album geworden. Traurige, melancholische Momente; experimentelle Momente; schöne, positive Momente; fragile, nachdenkliche Momente; liebevolle, aufreibende Momente. Elf vortreffliche Songs, die als Soundtracks für genau die soeben erwähnten Stimmungsmomente passen. Das Album spiegelt von ruhigen bis hin zu schwermütigen Passagen nahezu perfekt jede Lebenslage in musikalischer Hinsicht wider. Auch wenn die schwermütige Melancholie, die man von DEATH CAB FOR CUTIE gewohnt ist, auch auf "Codes And Keys" oftmals vertreten ist, so haben die Jungs diesmal auch unzählige lebensbejahende Momente mit an Bord. Die Seiten-Projekte von Herrn Gibbard haben ja vielleicht schon eine Weiterführung zu elektronischen Momenten angekündigt und der Vorgänger „Narrow Stairs“ war auch schon äußerst experimentierfreudig für ihre Verhältnisse. Es war also nur eine Frage der Zeit, wann diese elektronischen Elemente auftreten. Die Frage, ob sie sich harmonisch einfügen, attestiert nun eindrucksvoll der vorliegende Silberling. Ein verdammt schönes Stück Indie-Rock-Pop, was DEATH CAB FOR CUTIE mit "Codes And Keys" hier geschaffen haben. Zudem ist die Scheibe einfach zeitlos schön und besticht auch nach mehrmaligem Hören immer wieder und man entdeckt mit jedem neuen Hördurchlauf neue kleine Elemente, die einen verzücken. "Codes And Keys" zählt somit zu einem der stimmigsten und homogensten Werke der Band, welches seine wahren Hits erst nach einer gewissen Wachstumszeit entfalten und frei lässt. Dann aber richtig und auf hohem Niveau. Album-VÖ: 27.05.2011